Forstkran am 3-Punkt Heckträger Erfahrungen

  • Ich hab nun intensiv das Netz durchforstet (was für ein Wortspiel :-) ) und wäre zu folgenden Wunsch-Rückewagen gekommen.


    Folgende Umfänge wären mir wichtig:


    * zul. Gesamtgewicht 6-8 To

    * Auflaufbremse inkl. Betriebserlaubnis um legal auf der Straße zu fahren

    * Flap down Stützen (hab vieles bzgl. Vor- und Nachteile gegenüber A-Abstützung gefunden...aber der bessere Halt gegenüber kippen ist das ausschlaggebende Element)

    * Eigenölversorgung mit Aufsteckpumpe (da bin ich auf der sicheren Seite, da ich die reale Förderleistung in L/min von meinem GTS250 nicht kenne)

    * Lenkdeichsel (da bin ich noch hin- und hergerissen, ob ich dieser wirklich brauche...wie oft wird es vorkommen, dass ich sehr eng rangieren muss)


    weniger wichtig wäre mir

    * Bedienart (Joystick, Kreuzhebel etc. - man gewöhnt sich an alles :-) )

    * Bedienort (Stehpodest oder von Traktor aus - mir persönlich wäre direkt am RK am liebsten)

    * Reifenart (Straßenreifen, spezielle Forstreifen etc.)

    * Doppelrahmen etc. wird auch nicht benötigt, werde da eh nie an die Kapazitätsgrenzen gehen


    Ein richtiges Auge habe ich nun auf den BMF 7T1F/D mit den BMF 540 Kran geworfen (sagt das Herz) den BMF 6T2/430 (sagt der Bauch) und keinen Rückewagen anzuschaffen sondern mit Bordmitteln (z.B. einfacher kleiner Motorkran um schwere Meterstücke mit maschineller Unterstützung auf meinen Gummiwagen zu bekommen reicht aus (sagt der Verstand).


    Ich werde aber definitiv in den nächsten Wochen/Monaten auch mal zu der BMF Rückewagenerlebniswelt nach Nittenau fahren (sind ja nur knapp 100 KM) von mir und mir diese RW mal von der Nähe ansehen.


    Weiß jemand zufällig, was ein FENDT GTS 250 mit normalen Gebrauchsspuren (ca. 8.500 BH) an Pumpenleistung bei ca. 1000-1200 1/min Drehzahl bringt?

    Gibt es viel Erfahrungen bzgl. Lenkdeichsel? Muss man diese haben oder ist das nur ein "nice to have" Feature von einem RW?

  • Moin


    Lenkdeichsel macht nur Sinn wenn du im Bestand rumgurken willst, ich kenke die meisten Forstwege sind doch so angelegt das man dort mit einer Starrdeichsel gut durch kommt.

    Die Literleistung deiner Pumpe würde ich für nicht ausreichend erachten um damit einen Forstkran vernünftig zu bedienen, schließlich will man auch mal 3 Funktionen gleichzeitig bedienen und dann wird das denke ich mal verdammt langsam, zudem hat der GT vermutlich keinen Hydraulikölkühler und ob der Tankinhalt ausreichend für einen Rückekran ist weiß ich auch nicht. Da würde ich etwas mit Eigenversorgung bevorzugen.


    Gruß Tim

  • Ich stimme Tim da voll zu. Ergänzen würde ich noch, das ein Doppelrahmen verwindungssteifer ist, als ein Zentralrohrrahmen. Außerdem ist der Vorteilhafter bei Zweckentfremdung.

    Grüße vom Teutoburger Wald


    Fendt Farmer 108LSA

    Renault 551-4

    Porsche Diesel Super F309

    Zettelmeyer ZL500

    Potratz Dumper 600, 1000, 1001

    und viel Kleinkram

  • Lenkdeichsel ist normal nicht unbedingt erforderlich.

    Wir sind lang ohne Lenkdeichsel gefahren. Und haben danach den Rückewagen auf eine Lenkachse umgebaut.

    Ich bin Mal mit einem Rückewagen mit Lenkdeichsel gefahren damit bin ich aber nicht klar gekommen.

    Eigene Ölversorgung würde ich schon nehmen ist viel entspannter zum fahren. Der GT wird für den Kran Zuwenig Ölmenge bringen.

    Steuerung würd ich auf'n Schlepper nehmen weil sonst musst du immer auf und absteigen. Der Nachteil ist da halt immer die Steuerung beim an und abhängen rumheben.

    Ich bin auch ein Freund von der flapdown Abstützung. Man braucht auch nicht viel mehr Platz wie mit na großen A-abstützung.

  • Ich stimme Tim da voll zu. Ergänzen würde ich noch, das ein Doppelrahmen verwindungssteifer ist, als ein Zentralrohrrahmen. Außerdem ist der Vorteilhafter bei Zweckentfremdung.

    Was wären das für mögliche Anwendungsfälle bzgl Zweckentfremdung wo ein Doppelrahmen von Vorteil wäre?


    Hab mir auch schon gedacht, dass mir ein Rückewagen mit Kran sehr behilflich sein kann um meine Sandwichpanellen (die muss in 2mal pro Saison per Hand rumschleppen um meinen Pool im Winter abzudecken und im Frühjahr wieder zu entfernen) über den Zaun zu heben und per RW zu transportieren....aber das sollte auch ohne Doppelrahmen möglich sein

  • Ein Bekannter fährt damit Paletten. Rungen ab, Greifer ab und eine Kranpalettengabel dran. So fährt er seine Gitterboxen durch die Gegend. Das geht aber nur mit Doppelrahmen. Dazu hat er die Zwischenfelder mit Bohlen geschlossen, Seitenbleche dran und fährt das Kopfholz damit.

    Grüße vom Teutoburger Wald


    Fendt Farmer 108LSA

    Renault 551-4

    Porsche Diesel Super F309

    Zettelmeyer ZL500

    Potratz Dumper 600, 1000, 1001

    und viel Kleinkram

  • Quote

    * Flap down Stützen (hab vieles bzgl. Vor- und Nachteile gegenüber A-Abstützung gefunden...aber der bessere Halt gegenüber kippen ist das ausschlaggebende Element)

    Grundlegend stimmt der Tenor, dass die Flap-Down breiter stützt und somit stabiler steht.

    Bei kleineren Wägen ist jedoch oftmals die Kranreichweite und Hubkraft nicht so extrem (ja - dafür das Leergewicht geringer), beim arbeiten am Polter ist man mit der Flap-Down noch etwas weiter weg als mit der A was wieder Reichweite kostet, dies war bei mir das Hauptargument dagegen.


    Wir hatten früher einen Pfanzelt 9242 heute einen P11, meine Vergleiche welche ich anstelle beziehen sich daher hauptsächlich auf diese beiden.

    Die beiden Wägen standen/stehen mit Ihrer A-Abstützung leer bombig ...


    Der P11 ist etwas breiter bereift was auch der Standfestigkeit etwas zugute kommt und hat die Verbreiterungen auf den Füßen montiert was deutlichst insbesondere auf nassen Grund zur Verbesserung (einsinken) beiträgt.


    Wichtig ist hierbei, dass die A-Abstützung auch einen guten negativen Weg machen kann um bei einsinken etc. entsprechend nachdrücken zu können.

    Quote

    Eigenölversorgung mit Aufsteckpumpe (da bin ich auf der sicheren Seite, da ich die reale Förderleistung in L/min von meinem GTS250 nicht kenne)

    Würde beim 250ger GT die Literleistung auf 30 maximal 40 Liter schätzen und die Höchstleistung auch nur bei Vollgas ... Aufsteckpumpe hat schon den Vorteil das man mit der 1000er Zapfwelle bei annähernd Standgas schön geschmeidig arbeiten kann.


    Nachteil der Aufsteckpumpe ist das Gewicht dieser beim An& Abbau, bei manchen Schleppern muss man testen ob sich diese überhaupt anbauen lässt.

    Pfanzelt hat z.B. die Pumpen recht schön geschützt in der Deichsel integriert ... aber natürlich ne andere Preisliga als BMF.


    Quote

    * Lenkdeichsel (da bin ich noch hin- und hergerissen, ob ich dieser wirklich brauche...wie oft wird es vorkommen, dass ich sehr eng rangieren muss)

    Quote

    Lenkdeichsel macht nur Sinn wenn du im Bestand rumgurken willst

    Unsinn...


    Dies sind alles evtl. Erfahrungswerte was ein Anwender in SEINER Region unter SEINEN Bedingungen und bei SEINER Arbeitsweise gemacht hat und daher nicht pauschal übers ganze Land gelten können. Natürlich muss man meine Aussagen unter selbigen Aspekt werten.


    Ich meine zur Lenkdeichsel ... klares MUSS!


    Als wir unseren ersten Wagen "geplant" hatten, war ich ebenso der Meinung das eine Lenkdeichsel nicht sein müsste.

    Wir sind dann wie angeführt bei Pfanzelt gelandet, die Lenkdeichsel war hier Serie also stellte sich die Frage - zum Glück - nicht mehr.


    Ein Wagen ohne Lenkdeichsel ist - bei unserer Struktur - nur ein halbwertiges Fahrzeug.


    Wir laden auch nur vom Weg aus da ein Rückewagen m.E. nichts im Bestand zu suchen hat, jedoch gibt es genug enge Wege und Kehren welche die Lenkdeichsel unverzichtbar machen.


    Der P11 hat ein paar Grad mehr Lenkwinkel als der 9242 und auf diese möchte ich schon nicht mehr verzichten....


    Häng an deinem GT ein altes Tandemachs-Güllefass was annähernd die Größe eines 8 Tonner Rückewagen hat und fahre damit mal deine engeren Waldwege ab (wenn du welche hast). Wird keinen Spaß machen.... das denke ich mir jedes mal wenn ich unser altes 6 Kubik-Fass dran habe, was für ein "unhandliches" Ding. (Beim Güllefass ist dies natürlich egal :D)


    Quote

    Bedienort (Stehpodest oder von Traktor aus - mir persönlich wäre direkt am RK am liebsten)

    Hat grds. beides Vor- und Nachteile.


    Vom Schlepper aus bedeutet zuerst einmal, dass der Steuerblock normal zum Schlepper muss oder wirklich so gut am Wagen positioniert sein muss, dass dieser vom Schlepper aus gut erreichbar ist und während der Fahrt keinen Feindkontakt haben kann. Sobald der Block gehoben werden muss wird es schwer ... Lösung wäre "hydr. Vorsteuerung" ... jedoch will dies wieder gezahlt werden.


    Weiterer Vorteil der Steuerung am Schlepper - man sitzt natürlich geschützt (vor Wind und Wetter) in der Kabine (unter dem Verdeck) dies jedoch auf Kosten der Sicht.

    Probier mal eine angenommene Arbeitsposition auf deinem GT ob du z.B. überhaupt die Höhe auch hättest.


    Das Podest am Wagen bietet einen guten Überblick in Wind und Wetter.

    Ideal ist ein Kran in einer Länge, dass ringsum den Wagen geladen / gearbeitet werden kann ... vom Schlepper aus siehst du vom Bereich hinter dem Wagen bzw. neben dem Wagen sehr wenig bis nichts.


    Ich arbeite daher gern vom Podest aus ... natürlich muss man bei der Arbeit zugegeben auch auf sich selbst aufpassen.


    Quote

    Doppelrahmen etc. wird auch nicht benötigt, werde da eh nie an die Kapazitätsgrenzen gehen

    Spielt keine Rolle ob Doppel oder Zentralrohr in Punkto "Kapazitätsgrenze" ... ein 8 Tonner hat die Belastung eines 8 Tonners auszuhalten (+ Reserve), egal welche Bauart.


    Die Frage ist m.E. auch nicht was "besser" ist, da beide Varianten sich im Einsatz als Rückewagen schlichtweg bewehrt haben. Beim Thema Zweckentfremden stimme ich eben zu, der Doppelrohr hat hier durch die "Ladefläche" eben den Vorteil schnell alles mögliche transportieren zu können.


    Wir hatten beide Wägen immer mit Astwanne im Einsatz, hier war es dann wiederum kein Unterschied.

    Quote

    Ergänzen würde ich noch, das ein Doppelrahmen verwindungssteifer ist, als ein Zentralrohrrahmen. Außerdem ist der Vorteilhafter bei Zweckentfremdung.

    Das darf man pauschal m.E. nicht so sagen da es hier von Hersteller zu Hersteller arge Unterschiede gibt.


    Wenn ich hier wieder auf die o.g. beiden Pfanzelt abziele, der 9242 war ein Leiterrahmen als aus Profilen mit Traversen verbunden der P11 ein Zentralrohr, letzterer ist eindeutig der steifere... einen Wagen ala´ Beha würde ich als Doppelrohr/Leiterrahmen jedoch auch als relativ steif einschätzen.