Restauration F20 H6

  • Hallo Zusammen!


    Einmal Vorweg:

    Habe mir im März meinen Traum vom einzylindrigen Fendt erfüllt und mir einen F20 H6 B zugelegt.

    War ein ganz schönes gejuckel vom nördlichen Westfalen bis nach Oberfranken und zurück, aber hat sich wohl gelohnt. Er wurde schonmal, wenn auch nicht ganz optimal, neu lackiert und laut Vorbesitzer hat er vor ein paar Jahren eine neue Laufgarnitur bekommen und der Kopf wurde beim Instandsetzer geschweißt und überholt. Der Motorblock hat keinen Frostschaden:thumbsup: Er läuft meiner Meinung nach ganz gut und raucht oder qualmt nicht auffällig Stark. Ein paar kleinere Probleme und mängel hat er altersbedingt jedoch noch. In den nächsten Wochen soll die Restauration beginnen, die ich zusammen mit meinem Vaddi(gelernter Landmaschinenschlosser) durchführen möchte. Trotzdem wäre ich hier um jeden gut gemeinten Rat und Tipps doch sehr Dankbar! Würde auch als Gegenleistung Mal hier und da ein Foto von der Restauration reinstellen8o.


    Entschuldigung für das lange Vorgeplänkel nun zur Restauration:

    Wir sind gerade dabei die o.g. Mängel festzustellen und schonmal die ersten Teile aufzutreiben.

    Wir haben festgestellt, dass der Motor(KDW 615 E) nicht gescheit auf Betriebstemperatur kommt. Das Thermostat scheint wohl fest zu sitzen. Es handelt sich hierbei um ein Einkreis-Thermostat welches ich als Ersatzteil\Gebraucht bei eBay etc. Nirgendwo finde... Hätte hier jemand eine Adresse wo man das noch bekommt?

    Könnte man auch ein Zweikreis-thermostat (z.b. Beim F24W verbaut ) nehmen, und da den Abzweig zu löten? dann hätte man das doch zum Einkreis "umgefrickelt" oder?

    Könnte man auch an der Wasserpumpe einen zusätzlichen Zulauf anbauen und dann das Zweikreis-thermostat anbauen?


    Fragen über Fragen....^^

  • Hallo Jupp,

    Wahrscheinlich funktioniert dein Thermostat einwandfrei. Hol das mal mit der Zange und gieße wasser aus dem Wasserkocher rein. Müsste durchlaufen. Dann mach das selbe Experiment mit kaltem Wasser. Dann dürfte nur sehr wenig durchlaufen. Die Kdw 415/615 Motoren musst du immer auch mit der Plane am Kühler regeln. Je nach Jahreszeit und Beanspruchung. Dafür sind die Wirbel am Kühler.

    Lg

    Uli

    Grüße aus dem schönsten Bundesland der Welt 8)


    Nun denn, die Hand ans Werk,

    die Herzen himmelan,

    denn im Zaudern liegt die Gefahr.

  • Vielen Dank Für den super Tip:thumbup::thumbup: Werde ich gleich die Tage mal ausprobieren. Dann Bastel ich mir die Tage mal eine Plane^^

    Weiteres Problem:

    Wenn ich Vollgas/Maximale Drehzal habe und vom Gas gehe, regelt der Motor sogut wie garnicht runter. Ich muss ihn dann immer im 6ten Gang gegen die Bremse würgen, um wieder auf Leerlaufdrehzahl zu kommen... könnte das evtl. an einem "ausgenudeltem" Reglergestänge liegen? Ist auch hauptsächlich nur bei maximaler Drehzahl, bei kleineren gasstößen etc. Regelt er gut runter... ich hab den Seitendeckel am Motor noch nicht losgenommen.... was meint ihr?

  • Hallo Leute!


    Wir mussten leider noch zwischenzeitlich einen Einreiher Mais-Häckskler für unser Oldtimerhäckseln restaurieren, deswegen hatsetwas länger gedauert. Letzte Tage haben wir dann endlich den 20er in unsere Werkstatt bewegt und begonnen ihn zu zerlegen.

    So sieht unser grober Restaurationsplan aus:


    Motor: Alle Deckel abnehmen und Motor überprüfen. Kommt nur sehr langsam von Maximaldrehzahl wieder auf Leerlaufdrehzal- Gasgestänge möchten wir überprüfen..


    Kupplungsgehäuse von Getriebe trennen und Kupplung prüfen.


    Lenkgetriebe demontieren und auseinander nehmen, da Lenkspindel sehr schwergängig und sehr großes Spiel in der Lenksäule hat.


    Hydraulik nachrüsten: Vorbesitzer hat leidergottes die Hydraulik abmontiert und an einen anderen Fendt gebaut :(deswegen stand er auch längere zeit ohne Getriebedeckel herum. deswegen nachfolgender Punkt:


    Getriebe Reinigen/Spülen und Lager Prüfen. Das hintere Getriebe (Kegel/Tellerrad, Differential) ist sehr verdreckt und hat an den Lagern und Rädern teilweise Rost angesetzt.


    Achstrichter abbauen, neu lagern und Abdichten. Die Aufnahmen für den Überrollbügel an den Achstrichtern sind leider abgebrochen und sehen sehr unschön aus... hier schweißen wir von einem anderen Achstrichter intakte dran.


    Radnaben vorne neu Lagern. Die Vorderachse und Achsschenkel sind zum Glück schonmal neu gebuchst worden und noch auf Schuss:thumbsup:


    Elektrik neu verlegen, da vom Vorbesitzer unschön verkabelt....


    Schlepper neu Lackieren, da ebenfalls unschön lackiert bzw. gepinselt....


    Von unserer Farmer 1 Restauration aus 2017 weis ich, dass die ein oder andere (wahrscheinlich schlechte) Überraschung auftauchen kann^^. Deswegen ist dies auch nur der "grobe" Restaurationsplan. Ich versuche aber so gut es geht über die Restauration zu berichten und auch Fotos hochzuladen. Für gut gemeinten Rat und Tipps wäre ich euch sehr dankbar.


    Gruß aus dem sonnigen Münsterland:)

  • So, die letzten Tage haben wir mal weiter geschraubt. Das Reglergestänge im Motor wurde begutachtet, wir konnten aber nichts feststellen... es schien nichts ausgenudelt oder schwergängig zu laufen. Vaddi hat also alles nochmal mit Diesel durchgespült und gereinigt. Bei der Gelegenheit wurde dann auch nochmal das axialspiel der Kurbelwelle überprüft (noch ganz ordentlich:))und der Spalt filter wurde auch gereinigt. Die Ventile wurden auch überprüft, alles in Ordnung. Der kopf scheint schonmal gemacht worden zu sein:) Der Vorbesitzer sagte mir beim Kauf das dieser mal beim Instandsetzer geschweisst und überholt wurde... Vaddi hat die Einspritzpumpe wieder montiert und wir haben beschlossen, dass wir erstmal nichts weiter am motor machen. Wir werden uns erstmal dem Getriebe und der Kupplung Zuwenden. Hierzu haben wir schonmal Getriebe und kupplungsglocke getrennt, in der Kupplungsglocke haben wir dann die überreste der keilriemen für den Mähantrieb und sehr viel Kupplungsstaub gefunden. Die Kupplungsscheibe ist Platt wie wir feststellen mussten. Da muss wohl eine neue her:/ Ausrücklager und Kupplungsautomat sehen hingegen noch gut aus. Leider hatte ich meinen Handyspeicher voll, deswegen gibts nur ein bild von der Gesamtbaustelle...

    Als nächstes gehts dann weiter an die Achstrichter...

  • Hi,

    schönes "Familien-Foto" im Hintergrund. ^^


    Tolle Werkstatt, da geht was.:thumbup:

    Schönes Bild. Schade, dass der Speicher im Handy voll war.

    Bilder sagen mehr als tausend Worte. 8o

    Natürlich ist es super, dass Du Eure Arbeit so schön erzählst, das ist natürlich auch wichtig.

    Nur Bilder ohne Text wehr auch nix.:)

    Wir lesen ja nicht nur so mit, einige sind da im Geiste mit dabei, und dann kann Mann ja auch immer was lernen. 8)


    Viel Spaß noch.

    Viele Grüße aus dem Spessart.


    Thomas



    Lieber ein Fendt in der Scheune, als ein Hänger in der Hose! :D

  • Die letzten Tage gings dann weiter... Die Achsschenkel und Steckachsen sollten demontiert werden. Nachdem Wir die Bremstrommeln Demontiert hatten, konnten wir die linke Steckachse ziehen. Die rechte Steckachse konnten wir nicht ziehen, da die Verzahnung auf der Achse verdreht war... Hier haben wir erstmal den Kompletten Achstrichter abgenommen. Beim ablegen fielen lauter komische "Metallklumpen" aus dem Achstrichter:wacko:

  • Als wir dann ins Getriebe geschaut haben, wurde klar das die "Metallklumpen" mal an der Verzahnung für die Sperre am Differential bzw. an der Sperr-Muffe gesessen haben... Nach kurzem Bedauern ("Voll die Schei** :pinch:!!!) Haben wir die Verzahnung von der Verdrehten Steckachse angefräst, um die Sperrmuffe abnehmen zu können und die Stackse zu ziehen...

  • Vaddi meinte, dass wir die Differentialsperre eh nicht benötigen und das wir Alles wieder ohne Sperrmuffe zusammen bauen sollten... Finde ich aber nicht als die optmiale Lösung... was ist denn wenn man mal beim Oldtimerhäckseln im Matsch stecken bleibt oder mal beim Feldtag nen zornigen Baumstamm ziehen will?? :P

  • Mmh..

    Sieht nicht gut aus.... Da hat einer wahrscheinlich die Funktion der Sperre nicht gekannt...

    Ich persönlich würde es auch Instandsetzen,denn wie du selbst schon schriebst,man weiß nie was man mit den kleinen mal Anstellen möchte ;)

  • Wo ihr recht habt, habt ihr recht! Wir haben beschlossen es instand zu setzen. Also ich habe mir um Ostern ja noch gebrauchte Steckachsen von einem 24er geholt und da habe ich noch eine intakte Sperrmuffe drin gefunden. Das Problem ist, dass diese einen größeren Durchmesser hat. Die Lager-Passungen von den anderen Achstrichtern sind auch größer als die von meinem F20. Scheinbar war das diff im 24er größer... Bei dem Angehangenen Bild sieht man den unterschied der Achstrichter/ Sperrmuffe. Der Verkäufer von dem ich die Achstrichter gekauft hatte, hat auch noch das entsprechende Diff für 80 € bei kleinanzeigen drin gehabt, das habe ich mir jetzt geholt:thumbsup: Das Problem ist, das der Zahnkranz an dem "neuen" Diff größer ist und das es nicht zu den ursprünglichen Achstrichtern passt. Das ist also jetzt der plan: Kaputtes Diff ausbauen und davon den Zahnkranz abbauen. Diesen Zahnkranz in das dazugekaufte Diff bauen. Getriebe wieder zusammenbauen und Achstrichter mit Größerem Differential-lager Durchmesser montieren. Drückt mir die Daumen das es so hinhaut, ansonsten habe ich 80€ plus Versandkosten versemmelt;(