Bremsen entlüften - Reihenfolge beim Farmer 309 LSA (FWA 186S)

  • Hallo zusammen,


    kann mir jemand richtige Reihenfolge beim Entlüften der Bremsen sagen?

    Ich habe nämlich zwei verschiedene Versionen gelesen:


    1. In der Betriebsanleitung heißt es mit ausdrücklichem Hinweis auf die Reihenfolge:

    Linkes Hinterrad, rechtes Hinterrad, Zuschaltventil, Bremssattel, Anhängerbremsventil


    2. Im Werkstatthandbuch, jedoch ohne Hinweis auf die Reihenfolge:

    Linkes Hinterrad, rechtes Hinterrad, Anhängerbremsventil, Zuschaltventil, Bremssattel


    Ich weiß jetzt nicht was stimmt.

    Weiß einer von euch aus der Praxis wie es optimal funktioniert?


    Im voraus vielen Dank für eure Antworten. :thumbsup:


    Markus.

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    Farmer 102S Turbomatik BJ 1974

    Farmer 309 LS Allrad BJ 1984
    Bungartz T7

  • Hallo,;)


    ich kenne es nur so, das mit dem Rad zur Entlüftung begonnen wird, das Leitungsmäßig,

    am weitesten entfernt ist vom Hauptbremszylinder? Also längste 1. Leitung zuletzt kürzeste Leitung.

    Dann so weiter, bis zur kürzesten Entfernung am HBZ.


    Gruß

  • Hi,


    ja so kenne ich das auch. Beim Auto ist das auch noch recht einfach abzuschätzen.

    Beim Schlepper fällt mir das etwas schwerer ohne die ganzen Leitungen nachzumessen - und wie messen?


    Denke jemand hier wird wissen welche Reihenfolge stimmt. Irgendwer hat bestimmt mal Bremsen an einem 300er entlüftet und war erfolgreich...;)

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  • Hallo Wolfgang,


    vielen Dank für deine Antwort.

    Dann weiß ich schon mal bescheid.


    Was hat das denn für einen Vorteil das von der Gegenseite zu machen? Da läuft dir doch der Ausgleichsbehälter schneller über als du schauen kannst oder net?


    Markus.

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  • Hallo Wolfgang,


    natürlich macht eine komplette Neubefüllung nach (wahrscheinlich) so langer Zeit schon sinn.

    Nur verstehe ich immer noch nicht so ganz warum alte Fendt-Hasen "von unten" anfangen zu entlüften? Was genau hat das für einen Vorteil?

    Und fangen die dann auch mit der längsten Leitung an?


    Markus.

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  • Das ist nicht nur bei alten Fendt-Hasen eine Möglichkeit,wird auch gerne im LKW-Bereich für die Kupplung hergenommen,oder Radladerbereich.

    Erklärung ist einfach, es wird keine 2. Person benötigt,die das Bremspedal betätigt, Durch den kontinuirlichen Durchfluss wird die Luft besser mitgerissen und man muss nicht Stundenlang erstmal das Luftpolster rauspumpen,was das Nachfließen der neuen Flüssigkeit in den Bremszylinder verhindert ;) (Dieses ist meist im Umschaltventil zu finden für die Einzelradbremse,ein gern vergessenes Bauteil bei der Entlüftung... )

  • Hallo Fendt-Freunde,


    ich bräuchte mal Hilfe bei einer Diagnose.


    Letzen Samstag wollte ich am Farmer 309 nochmal die Bremsen entlüften weil ich zuvor das Anhängersteuerventil (hydraulisch angesteuert) ausbauen musste um es zu überholen.


    Zum Entlüften habe ich zuerst ein Entlüftungsgerät benutzt. Dies hatte erst gut funktioniert bis ich zur Kardanwellenbremse kam. Da kam dann nur 5cm Bremsflüssigkeit im Schlauch an. Hab dann alles noch mal einzeln auf Durchgängigkeit geprüft und das war ok.

    Mir kam dann der Gedanke dass da ja nur Bremsflüssigkeit ankommt wenn beide Pedale getreten werden und somit über das Zuschaltventil geöffnet wird. Hab dann nochmal von vorne angefangen:

    1. Linker Bremszylinder

    2. Rechter Bremszylinder

    3. Zuschaltventil (beide Entlüftungsschrauben)

    4. Festsattel Kardanbremse

    5. Anhängersteuerventil.


    Gut, ich bin mir eigentlich nun zu 96% sicher dass die Anlage gut entlüftet ist.

    Trotzdem bremst der Hund einfach nicht. Die Bremswirkung ist so schlecht dass ich noch nicht mal auf sehr leichtem Gefälle anhalten könnte. X(


    Dann wollte ich checken ob die Bremsen noch richtig eingestellt sind. Also wollte ich die Prozedur mit den beiden Radbremszylindern durchführen. 6-kant-Mutter drehen bis Rad fest dann 1 1/6 zurück.

    Links: Mutter gedreht bis es mit ner 1/2 Knarre nicht mehr ging - Rad lässt sich aber immer noch leicht drehen :/

    Rechts: Mutter gedreht - plötzlich Rad, mehr oder weniger, schlagartig fest. =O

    Dachte ok, Bremsscheiben runtergefahren oder so.

    Habe darauf die Deckel (12,5mm eingeschlagen) unten an den Gehäusen abgenommen um den Spalt zu sehen.

    Komischerweise sind die Spalten gar nicht so groß - links etwas mehr: 6-7mm

    rechts vielleicht 5-6mm, also weit weg von der Grenze <12,5mm


    Hä!? Ab jetzt versteh ichs nicht mehr ?( Aus den Deckeln kam auch nur trockener Staub also...scheint alles dicht zu sein.


    Ich vermute also höchstens noch dass die Beläge auf andere Art zu Ende sind oder was meint ihr was das ist?

    Komme wohl um ein Öffnen der Bremsanlage nicht herum oder gibts noch andere Hoffnung ?


    Hilfe!


    Markus.

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  • Hallo Markus


    Ich teste nach dem Entlüften immer noch die Einzelradbremse da bemerkt man schnell ob eine seite schlecht entlüftet ist. Aber auf deine Beschreibung hin würde ich bei deiner Linken Bremse vermuten das die verzahnung auf der Endantribswelle zum Bremsbelag defekt ist und der Belag noch gut wäre. dies hatte ich schon öfters meistens rattert es dann wenn man bremst.


    Um dies zu kontrollieren (hast du eigentlich schon gemacht )die Seite aufbocken und das Rad drehen und die M12 er Mutter 19er lange Nuss festziehen bis das Rad blockiert. Wenn es nicht blockiert kannst noch oben und unten am Bremsgehäuse ,Hinterachsgehäuse schauen ob die beiden Einstellschrauben vom Bremsautomaten noch da sind diese sind M14er Schrauben mit Kontermutter 22er Schlüssel


    Mfg Peter

  • Hallo Peter,


    danke für deine Antwort:

    Ok, das mit den Einzelradbremsen müsste ich mal noch testen, danke für den Hinweis.

    Aber, mach mir keine Angst:

    Verzahnung auf der Endantriebswelle defekt??? Das hört sich aufwändig und teuer an <X

    Ein rattern beim Bremsen konnte ich nicht feststellen. Einfach nur das bei aller Kraft aufs Pedal kein bißchen Bremswirkung eintritt. :(


    Ich habe ja die M12 auf den Bremszylindern schon angezogen. Links wars halt so das ich mit der 1/2" Knarre nicht mehr weiter gepackt habe und trotzdem konntest das Rad noch leicht drehen.


    Ok, was erreiche ich denn wenn ich die beiden M14 Schrauben drehe? Was macht dann der Bremsautomat eigentlich? Muss ich diese gleichmäßig eindrehen?



    Markus.

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  • Das Bremspedal hat eigentlich schon Druck. Ich kann es nicht bis zum Endanschlag durchtreten.

    Der Leerweg liegt bei ungefähr 160mm. Das ist 20mm mehr als im Werkstatthandbuch genannt wird.

    Das halte ich aber noch für vertretbar.


    Bremszylinder bewegen sich augenscheinlich noch.


    Ich kann natürlich nicht sagen ob die Bremsen schon mal gemacht wurden. Aber angenommen es wären noch die ersten Beläge. Ist es möglich das Beläge derart verglasen/verhärten oder wie man da sagt das die Bremse keine Wirkung mehr erzielt? :/

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  • Hallo


    Ich will dir keine Angst machen wenn die beiden Einstellschrauben M14 da sind würde ich da erst mal nichts verstellen dort wird die Grundeinstellung der Bremsautomaten durchgeführt. Dazu hab ich leider die Prozedur nicht im Kopf.


    Aber wenn du die Grundeinstellung der Hinteradbremsen durchführst dazu benötigst du ne Lange 19er Nuss! Und wenn so wie du schreibst die Bremswirkung beim zudrehen der 12er Mutter nicht Eintritt obwohl sich die Mutter nicht mehr drehen lässt heist das für mich das die Bremsen voll Anliegen und blockieren sollten. Wenn das nicht der fall ist ist vermutlich die verzahnung der Bremsbeläge verschlissen. Was des öfteren vor kommt bei den Farmern dies ist nicht weiter tragisch weil das Material der Bremsbeläge weicher ist als der Antriebswelle und die Antribswelle keinen Schaden nimmt. Soll heißen du musst mit etwas Schraubarbeit und vielleicht 500€Material rechnen.


    Aber als erstes die Einzelradbremse testen und wenn das linke Pedal durchfällt liegt das Problem eh wo anderst...


    Mfg Peter

  • Hallo Peter,


    die beiden M14 Schrauben sind auf beiden Seiten da.

    Die Einstellprozedur würde ich im WHB finden. Wobei es da glaube ich heißt: Nur wenn Klopfgeräusche auftreten oder nach Revision der Bremsen.


    Die lange 19er Nuss hab' ja. Damit habe ich versucht die Bremsen einzustellen.

    D.h. also die Bremsbeläge selbst haben die Verzahnung innen und du meinst das eben diese Verzahnung kaputt sein könnte so das keine Bremskraft mehr übertragen wird.

    Das wiederum hieße ich bräuchte vier neue Bremsscheiben. Meintest du das mit 500€ oder beinhaltet das noch andere Teile?


    Ich glaube wie auch immer - ich werde um diese Aktion "Achskörper" abbauen wohl nicht herum kommen um wirklich heraus zu finden was los ist oder?

    Ok, Einzelradbremse noch testen...


    Markus.

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    Bungartz T7

  • Guten Morgen


    Ja genau wenn du dich dafür entscheidest die Bremsen zu öffnen wirst vermutlich mit ca. 500€ Material kosten rechnen müssen. Dann solltest du den Wellendichtring von der Antriebswelle ins Getriebe erneuern und dann noch das Handbremsenband begutachten, vielleicht musst Du das auch erneuern. aber jetzt kontrollierst erst nochmals deine Einzelradbremse und dann kommt der nächste Schritt ?


    Mfg Peter und an schönen Sonntag allen zusammen

  • Guten Abend,


    also die Einzelradbremse habe ich jetzt getestet. Mir kommen immer mehr Fragezeichen?!


    Das linke Pedal wurde getreten. Es fällt nicht durch. Jedoch bewegt sich der Bremsautomat dabei augenscheinlich keinen Millimeter.

    Das rechte Pedal wurde getreten. Es fällt ebenfalls nicht durch. Der Bremsautomat bewegt sich aber gut sichtbar.

    Rechts hat man auch eher so das Gefühl das der Bremsautomat die Scheiben andrückt. Man hört das auch bissl so knarzen.

    Links hat man eher das Gefühl das man mit dem Pedal irgendwann auf einen mechanischen Anschlag wirkt.


    Jetzt noch was eigenartiges:

    Bei diesem Test wurde, rein zufällig, beim Treten des linken Pedals das rechte Pedal mit angetippt und plötzlich ging das linke Pedal ohne Widerstand bis zur Anschlagschraube durch.

    Ist das normal?

    Sind dann beide Kreise am Hauptbremszylinder irgendwie miteinander verbunden oder ist das eine

    Fehlfunktion?


    Also ich kann mir noch keinen vollständigen Reim auf alles machen. Ich hoffe einer von euch hat eine zündende Idee!



    M.

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    Bungartz T7

  • Hallo


    Ich würde sagen das darf so sein wenn du beide Bremskreise aktivierst, das dann Sie untereinander ausgleichen können.


    Zu dem sich nicht bewegenden Bremszylinder links vielleicht hast du beim versuch des Einstellens der linken Bremse diese komplett zugedreht und nicht wieder genügend geöffnet dann kann sich der Zylinder nicht bewegen. Ist den die 12er Gewindestange lose bzw. das kannst du wenn du in den Bremszylinder hin einlangst bzw. mit dem finger an dieser etwas wackelst sollte sich die Gewindestange etwas bewegen wenn die Bremse geöffnet ist? Ich denke man kann spüren wenn diese nicht unter Spannung ist.

    Soll heißen wenn sie nicht unter Spannung ist muss ein 2ter die bremse drücken dann sollte Sie ja dann ziemlich fest werden!

    Wenn du bemerkst das sie schon unter Spannung ist die 12er Mutter etwas lösen bis die Spannung wegg ist dann wieder bremse betätigen jetzt sollte sie solange 1ner auf der bremse steht unter Spannung sein. Und wenn man von der Bremse geht sollte sie wieder frei werden, wenn nicht ist der Bremszylinder vermutlich auch noch fest.


    Mfg Peter