F20 GH - Vorrichtungen zur Motorüberholung

  • Hallo zusammen,

    leider ist mein Ölwechsel und die Suche nach einem Spaltfilter (siehe Link unten) etwas ausgeartet.

    Nachdem ich noch alle undichten Deckel geöffnet hatte um neue Papierdichtungen zu verbauen, ist mir das übermäßige Nockenwellenlagerspiel aufgefallen (siehe GIF weiter unten, hat bestimmt 2mm Radialspiel im Lager).

    Da ich so nicht weiterfahren möchte, wird die eh geplante Motorüberholung halt doch vorgezogen.

    Ich hab mir im Vorfeld schon einige Berichte zur Instandsetzung im Forum durchgelesen als auch die Reparaturanleitung des MWM KDW 615E als Bettlektüre vorgenommen.

    Jetzt gibt es natürlich diverse Vorrichtungen, die zur kompletten Zerlegung des Motors hilfreich sind, u.a.:

    - Schwungradabziehvorrichtung

    - Ausbauvorrichtung für Zylinderlaufbuchse

    - Abziehvorrichtung für den Lagerdeckel

    - Abziehvorrichtung für Laufring

    Jetzt die Frage ans Forum bevor ich alle Vorrichtungen neu selbst herstelle und im Idealfall nur einmal benötige. Vielleicht gibt es ja jemand der diese Vorrichtungen bereits gebaut hat, diese nicht mehr braucht und ausleihen oder veräußern möchte?

    Gerne gebe ich diese im Anschluss wieder über diesen Weg weiter.

    Im Anhang noch ein Bild nach dem ersten Freilegen.

    Vielen Dank und viele Grüße

    Spaltfilter Fendt F20 GH

  • Hallo zusammen,

    die ersten Teile sind weggebaut, habe gestern den Zylinderkopf abgebaut und Kolben/Zylinderlaufbuchse demontiert.


    Jetzt möchte ich euch auf jeden Fall mal den Kopf und die Ventile hier zeigen. Ist halt leider so das der nicht gut aussieht.

    Stegrisse zwischen den Ventilen und zwischen den Ventilen und der Vorkammer (zumindest lieft er ja noch ohne Auffälligkeiten, also keine Wasserundichtigkeiten Richtung Brennraum bzw. Einlass/Auslass).


    Auffällig sind die massiven Porösitäten an Zylinderkopfboden und vor allem an den Ventilen. So was habe ich noch nicht gesehen. Vmtl. mal in der Vergangenheit längere Zeit Wasser gesehen oder was meint ihr?


    Viele Grüße

  • Moin

    Das sind meiner Meinung nach Wasserschäden. Rost Narben.

    Der Stegriss wird der wohl laufen, einzige Bedenken hätte ich, das die Sitzringe sich lösen könnten. Würde mal mit einem Instandsetzer drüber reden..... Evtl sogar den aus Youtube, Readhead Zylinderkopf Technik, die schweißen wohl selber so wie es aussieht......

    Viele Grüsse aus fast Ostfriesland! Heiko & Sascha
    Es geht nichts über einen 12er GT!!!!!!!!!!!
    Doch, ein 12er GT als `Lenkhilfe` am F12HL!!!!!!!:thumbsup::thumbsup:

    Oder man nimmt gleich den Großen ;):thumbsup:

  • Hallo Schorsch,

    die Pocken find ich unbedenklich, die Risse naja. Aber läuft ja noch. Würde ich so wieder (natürlich reinigen und Ventile einschleifen) einbauen und parallel Ausschau auf eBay nach einem neuen halten.

    Das Verrußte kommt von zu großer Einspritzmenge. Zu viel Diesel bei zu wenig Luft. Würde die Fördermenge so weit zurück nehmen, daß er am Berg nicht mehr oder gerade noch ein wenig rußt.

    Und rechtzeitig zurück schalten. Das passiert auch wenn man den Motor bei geringer Drehzahl mit Vollgas quält. (Stegrisse) Und es könnte der Förderbeginn etwas sehr früh stehen. Kontrollier das mal und evt etwas später stellen.

    LG

    uli

    Grüße aus dem schönsten Bundesland der Welt 8)


    Nun denn, die Hand ans Werk,

    die Herzen himmelan,

    denn im Zaudern liegt die Gefahr.

  • Moin Schorsch,


    die Schwungradmutter kann man mit einem Meißel lösen wenn diese vorher erwärmt wurde. Dann das Schwungrad erwärmen und nach Werkstatthandbuch mit Vorschlaghammer und auffangen der Schläge demontieren.


    Für den Laufring hinten benötigst du nur 2 Schrauben. 8 oder 10 mm. Bin mir gerade nicht ganz sicher.


    Um die Nockenwelle mit Fliehkraftregler zu demontieren, kann man sich in 20 Minuten schnell eine Abdrückvorrichtung bauen. Zusätzlich benötigt man eine Welle zum Abschlägen des Zahnrades. Achte auf die Markierungen der Zahnräder.


    Viel Spaß beim schrauben.



    Gruß Tim

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Hinweise. Der Motor ist soweit komplett zerlegt, hat eigentlich auch gut funktioniert.


    Weitere Auffälligkeiten:

    - Kegelverband an der Schwungradseite hat offensichtlich nicht durchgehend getragen

    - Nockenwellenlager ist intern komplett verschlissen, Kugeln sind bei Demontage schon herausgefallen (Lagersitz ist in Ordnung)

    - 2 Lunker am unteren Zylinderlaufbuchseneinpass

    - Schwungradseitiges Lager hat sich wohl mal mitgedreht

    - Mitnehmerpassbolzen des Reglergewichtes hat deutlich Spiel

    - Beide KW-Lager liefen etwas ruppig


    Was ich eigenartig finde und mir bis jetzt keinen Reim drauf machen kann, ist der Lageraußenring vom Lager (Riemenseite). Im Kurbelgehäuse ist ja ein Bund und ich wäre davon ausgegangen das er bis zum Bund eingepresst wird. Lageraußenring saß jedoch mit 6mm Abstand zum Bund im Kurbelgehäuse. Nach dem Tragbild gehört er wohl auch in etwa dort hin. Ich hätte nur erwartet, dass dann ein Distanzring dazwischen gehört. Reparaturleitfaden und ET-Katalog geben darüber keinen Aufschluss. Weiß da jemand von euch Bescheid?


    Vielen Dank.