Restaurationsbericht Favorit 4SA

  • Ich dachte, ich fang jetzt einfach mal mit dem versprochenen Restaurationsbericht an. Da ich mit dem zerlegen eigentlich schon lange angefangen hab, kommt jetzt am Anfang einiges auf einmal.


    Aber zuallererst ein paar Bilder vom Zustand.



    Leider hat einer der Vorbesitzer einige Teile abgebaut, die ich jetzt dann alle noch gebraucht kaufen muss. Das wird teuer ;( .
    Und dran gepfuscht hat er leider auch. Also dementsprechend schlecht der Zustand.

  • Der Favorit ist Baujahr 1970.
    Fahrgestellnummer ist die 180/3/0653.


    Wie einige von euch gleich an der Fahrgestellnummer erkennen werden, ist dass es ursprünglich kein Allrad war. Die Allradachse wurde nachgerüstet (nicht von mir), wahrscheinlich fehlt auch deshalb das Typenschild an der Achse.


    Der Gussblock an der Vorderachse wurde doch tatsächlich abgebaut. Glücklicherweise hab ich dann auf Ebay Kleinanzeigen einen gefunden und sofort gekauft.
    Die Ersatzteile für solche Schlepper sind nicht gerade einfach zu bekommen. Als die Spedition dann da war, hat man sofort gemerkt, dass das Teil sauschwer ist. 400 kg!

  • Moin,


    Schöner Schlepper (im Sinne von dass es ein Favo 4SA ist)
    Der Zusand ist ja echt gewöhnungsbedürftig, kann ja nur besser werden.
    Das ist eine ordentliche Baustelle, ich drück dir die Daumen beim Teile suchen. Viel Spaß damit und immer schön ans berichten im Forum denken, ich verloge das gepannt.

    Gruß
    Sebastian


    Fendt Favorit 610SA Bj.:75

    Fendt Farmer 4SA Bj.: 72
    Fordson Major Bj.: 56

  • Da hast du ein bisschen Arbeit vor dir. =O


    Druckluftanlage ist ja auch verbaut, funktioniert die noch? :whistling:


    Wegen dem Gewichtsblock, wenn der 400kg hat müsste es einer vom 10s, 11s, 12s oder 600er Reihe sein. Der Favorit 4 hat normal nur den schmalen. ;)


    Wenn du nicht schon einen Block hättest, gäbe es da noch andere Möglichkeiten :rolleyes:


    Grüße aus Mittelfranken

  • Also laut Ersatzteilliste gab es den Block mit 170 und 400 kg.
    Die Achse hätte ich jetzt gesagt ist ne zf apl 3050. Da war auch ein Typenschild dran, nir hängen davon nur noch die Ecken dran.


    Ja, eine Druckluftanlage (sogar die Originale) hat er, oder besser gesagt hatte er. Der Kompressor und der Kessel fehlt. Leider. Da krieg ich auch keine Gebrauchtteile, weil die so selten war.

  • Schöner Schlepper, träume auch noch von einem Favorit 4SA. Es ist viel Arbeit, aber das Ergebnis viel süßer, wenn er wieder aufgearbeitet da steht. Bin gespannt wie es weiter geht.


    Gruß


    Andreas

    1.) Ein Fendt ist zwar nicht alles, aber ohne Fendt ist alles nichts!
    2.) Ein Leben ohne Fendt ist möglich - aber sinnlos...
    3.) Nur wer einen Fendt besitzt, weiß, was allen anderen fehlt

  • Das erste was runter musste war das hässliche "Dach", das sowieso nur aus einer verbogenen Blechtafel bestand. Die Frontscheibe hab ich abgebaut und verkauft. Meiner Meinung nach kann man auf so einen Favorit nur die Peko Alwetterkabine draufbauen, aber meiner kriegt vorerst mal kein Dach.


    Danach war die Motorhaube dran. Die lag komischerweise nur oben drauf, also war das auch gleich erledigt.
    Danach hab ich die Hinterräder demontiert und den Favo aufgebockt, da ich eigentlich auch gleich die völlig zerstörten Kotflügel abbauen wollte. Dabei stellte sich heraus, dass die Schrauben natürlich völlig eingerostet waren, man weder mit Dreiviertel-Zoll Rätsche, noch mit dem Schlagschrauber ansetzen konnte, da kein Platz war. Ich habe dann mit zwei aufeinander gesteckten Schlüsseln probiert, dann aber bald die Lust verloren.
    Muss ich eben mal das WD40 bemühen :) .
    Der obere Bügel vom Sicherheitsrahmen wurde auch gleich demontiert. Die Stützen vom Rahmen geben noch einen Gewaltakt.

  • Dann hab ich mich gleich mal daran gemacht, denn Tank zu entleeren. Dank Hahn unten am Tank war das relativ schnell erledigt.
    Wie man auf den Bildern sehen kann ist der Tank hier auch schon abklappbar 8) .
    Da ich schon beim Thema Sprit zugange war, hab ich gleich mal alle Kraftstoffleitungen, sowie die Einspritzleitungen entfernt.
    Die Kraftstoffleitungen werden natürlich alle erneuert.
    Nichts ist schlimmer als ein neu lackierter Schlepper, und dann ist was undicht.
    Den Tank konnte man dann nach entfernen der Bolzen zu zweit runterheben.

  • Da jetzt dann der Motor frei zugänglich war, hab ich mich gleich daran gemacht, Luftfilter, Ansaugkrümmer und Abgaskrümmer inklusive des hässlichen (vermutlich von einem Auto stammenden) Schalldämpfer zu entfernen.
    Der Auspuff wird dann später wieder so wie er war nach oben gelegt.
    Die ganzen Gummischläuche, die im Ansaugtrakt sowie in der Kühlung verbaut sind werden dann natürlich auch getauscht, auch wenn sie nicht so ganz billig sind.
    In diesem Zug hab ich dann auch noch die Tankhalterung und den vorderen Teil der Motorhaube abgebaut.
    Den durchgerosteten Batteriehalter hab ich dann auch weggemacht.

  • Jetzt war es an der Zeit, den Favo auslaufen zu lassen.
    Also hab ich gleich mal angefangen, das Motoröl abzulassen. Dieses sah eigentlich noch relativ gut aus.
    Das Getriebeöl musste dann auch gleich raus. 45 Liter mit nem 5 Liter-Eimer :rolleyes: .
    Das sah nicht ganz so gut aus. Ziemlich braun.
    Das Kühlwasser hab ich dann auch gleich gemacht. Allerdings leider nur aus dem Kühler raus, und nicht auch noch an dem Hahn am Motorblock selber, was dann bei der Demontage der Wasserpumpe gleich mal zum Kühlwasser-Unfall führte :)
    Dann ging es ans eingemachte. Der Motor wurde zerlegt. Also erstmal außen alle Hydraulikleitungen der Lenkung entfernt und dann gleich noch die Ölwanne abgeschraubt.
    Die Ventildeckel kamen auch gleich runter. Bei den Zylinderköpfen war dann etwas Kraft nötig.
    Das war dann aber auch bald geschafft. Jetzt sah man zum ersten mal rein. Also rein vom hören her hatte ich im Vorhinein gedacht, dass der Motor nicht allzu schlecht sein kann. Das bestätigte sich dann Gott sei Dank auch.
    Nach dem Ausbau der Kolben war ersichtlich, dass vermutlich nur einer getauscht werden muss, aufgrund zwei tiefer Kratzer.
    Die Buchsen und die restlichen Kolben haben aber nichts abbekommen.

  • Dann kam der Kühler dran. Der war inklusive der Halterung für den nicht mehr vorhandenen Luftbehälter relativ schnell weg.
    Lüfterflügel mit Pumpe folgten dann auch gleich, bei dem es den besagten Unfall gab :wacko: .
    Da die Elektrik so verpfuscht war, hab ich den ganzen Kabelbaum rausgerissen und sofort entsorgt. Von dem brauch ich mir nix abschauen. Dann kamen noch Anlasser und Lichtmaschine weg.
    Die Einspritzpumpe hab ich auch gleich locker geschraubt, allerdings muss man da erst von innen das Zahnrad abdrücken.
    Jetzt sah dann der Fendt schon relativ übersichtlich aus, ohne die ganzen Aggregate.

  • Jetzt sah man zum ersten mal rein. Also rein vom hören her hatte ich im Vorhinein gedacht, dass der Motor nicht allzu schlecht sein kann. Das bestätigte sich dann Gott sei Dank auch.


    Nach dem Ausbau der Kolben war ersichtlich, dass vermutlich nur einer getauscht werden muss, aufgrund zwei tiefer Kratzer.
    Die Buchsen und die restlichen Kolben haben aber nichts abbekommen.

    Moin,
    Wie viele Stunden hat der Motor runter?
    Nur so eine Frage nebenbei ;)

  • Hallo,


    Kannst auch nen Kompressor aus der 300er Reihe nehmen. Kessel bekommst du auch neu günstig, das ist Massenware.


    Grüße aus Mittelfranken

    Ja, nen Kessel kriegt man ja günstig. Aber wie ist des mit dem Kompressor, weil da gabs anscheinend auch ne Version, wo Kompressor und Lichtmaschine auf einer Welle waren. Aber beides getrennt gabs anscheinend auch.