Verstärktes Drehgelenk/Holm

  • Hallo


    Ich setzte seit 3 Jahren einen 380er (Jg 92) mit S&R Aufbau im Forst ein. Bin sehr zufrieden damit, habe aber schon mehrfach gehört dass das Drehgelenk bei mehreren dieser Forstschlepper nicht gehalten hat. Offenbar wurde das Drehgelenk irgendwann mal verstärkt. Weiss jemand wann und woran man das erkennt? Der ganze Vorderteil wurde ja ca 1996 verändert und sieht etwas so aus wie beim 380 turbo, hat also zB bereits die rechteckigen Scheinwerfer aber noch die alte Kabine. Bei diesen Schleppern ist das Drehgelenk auch nicht mehr mit den 4 Schrauben fixiert, mit einer seitlichen (Nut?). Weiss jemand ob es bereits zuvor verstärkte Drehgelenke, also noch mir den 4 Schrauben, gab? DA wir v.a Starkholz und schwieriges Gelände haben, wäre es mir lieber sicher zu sein dass die Kiste nicht auseinanderreisst......... Da wir bereits ziemlich viel in die AUfbereitung des GTA investiert haben würde ich lieber ds verstärkte Gelenk second hand nachrüsten als den Schlepper zu wechseln.


    Danke für eure Infos/Tips

  • Hallo campesino,


    dass die Drehgelenke sich innerhalb der 380/220/... Serie geändert haben, habe ich noch nicht gehört.


    Selbst habe ich schon mehrere GTAs im Forst eingesetzt (390, 380, 380 turbo) bzw. setze sie ein. Auch im Starkholz mit Rückekran etc. Mir hat es schon 'ne Eiche durchs Dach gehauen, Reifen kaputt gefahren, Hubstreben durch den Kran verbogen (2 mal), Kotflügel und Kotflügelhalter verbogen, Frontlader verzogen... Auch wenn die Schlepper an der Stelle echt dünn sind, aber mit einem Drehgelenk hatte ich noch keine Probleme - außer irgendwann Undichtigkeit!


    Gleichwohl habe ich schon mal von durchgebrochenen GTs gehört. Das Problem soll dann aber immer vorherige Undichtigkeit gewesen sein. Wenn man sich nicht darum kümmert, ist das Öl im Gelenk irgendwann alle, dann reibt Stahl auf Stahl (o.ä.), es gibt Riefen vorn und hinten am Stutzen, durch die Verkanntung potenziert sich der Effekt da die gesamte Belastung fast nur noch auf zwei Punkte und nicht die gesamte Fläche wirkt und der Stutzen wird an einer Stelle immer dünner (Sollbruchstelle) ... (Wahre Experten mögen mich korrigieren, wenn ich Mist geschrieben habe!)


    Daher würde ich lieber das bisschen Pflege investieren und hin und wieder aufs Drehgelenk und dessen Ölstand achten, als auf Verdacht ein neues einzubauen. Das kann man dann immer noch machen, wenn es dann tatsächlich passiert ist. ;)


    Es hilft auch, wenn man die Grenzen seines Werkzeugs kennt und diese nicht ständig auslotet. 8o Gewalt ist keine Lösung. Gerade bei einem Juwel wie einem GTA.

    Einfach die ganz dicken Rollen unten in das Polter packen, dann wird es auch stabiler. :thumbsup:


    Viele Grüße

    Heidjer

  • Hallo Heidjer



    Danke für Deine Antwort. Ist beruhigend zu hören, dass die Drehgelenke bei Dir einiges aushalten. Hast Du denn auch den original S&R Aufbau wie ich (siehe Bild unten, allerdings noch auf dem früher eingemieteten 380 turbo). Hier muss das Gelenk auch die ganzen Windenkräfte aufnehmen, und die 2x5.5 t Winde zieht einmal gut eingelaufen bekanntlich etwa 30% mehr, das heisst dass bei gleichzeitigem Zug mit beiden Windenseiten (mach ich nur sehr selten, aber trotzdem..) gegen 14 t auf das Gelenk wirken.....


    Gemäss AUskunft von S&R hatte Fendt den Stop dieser Forstaufbauten verfügt, da sie einen Imageschade nach mehreren Brüche abwenden wollten. Die Brüche seien aber alle fast "mutwillig" durch unvernünftige Fahrweise bzw Frontladereinsatz verursacht worden und nicht durch das eigentliche Ziehen. Bei meinem Aufbau ist noch eine seltenere Frontladerversion drauf, wahrscheinlich ein S&R-Ding und nicht wie später ein grauer Fendt-Frontlader. Die Geometrie der Schwinge und die Anordnung der massiven Hubzylinder führen zu enormer Hubleistung aber beschränkter Hubhöhe. Auch deshalb bange ich manchmal um das Drehgelenk, es ist uglaublich was das Ding hebt..


    Tatsächlich hat mein Holm Oelverlust, aber da kaum Spiel vorhanden ist hab ich mich mit meinem Händler darauf geeinigt, ihn voresrt so zu belassen und das Oel durch Fliessfett zu ersetzen. Deine Ueberlegungen zum Verkanten leuchten mir aber ein. und ich werde mich dem wohl doch gelengentlich annehmen, aber wenn er schon getrennt ist, dann wärs halt der Moment um gleich die neuere Version (falls auffindbar) einzubauen.


    Viele Grüsse


    Matthias

  • Hallo Matthias,


    sehr schöne Maschine - und dann noch in traumhafter Landschaft!


    Den Turbo habe ich mit diesem Aufbau noch nicht gesehen. Habt Ihr den Astabweiser selbst gebaut? Der Kabinenaufbau ist ja beim Turbo komplett anders als beim alten GTA, daher passt der originale S+R Rahmen ja nicht.


    Bin gerade ein bisschen neidisch... ;)


    Direkt würde das Drehgelenk natürlich keine 14 to. aushalten - auch ein verstärktes nicht, wenn es das je gegeben hat. Die 14 to. Zugkraft sind ja aber eher theoretisch. Ich kenne den Forstaufbau auch nicht so gut. Daher weiß ich nicht, wie die Seile geführt sind. Hat ja auch nochmal eine sehr große Bedeutung für die Wirkung der Kräfte.


    Nichtsdestotrotz ist das Drehgelenk natürlich ne Achillesferse. Nicht ohne Grund wurden Schneepflüge und Zwischenachsgräder etc. am Hinterwagen abgestützt.


    Und das die Polterschwinge enorm hebt kann ich mir vorstellen. Meines Wissens hat S+R die für die Standardschlepper gebaut. Schau mal auf die Seite Fendt Fan / Forsttraktoren, da findest du sie an den 300er Farmern. Ist natürlich auch die Frage, wie sehr will ich meine Vorderachse quälen. :/


    Viele Grüße

    Heidjer


    PS: Bevor du Ärger bekommst, es ist hier im Forum üblich, sich im dafür vorgesehenen Bereich kurz vorzustellen. ;)

  • Moin Matthias,


    wie Heidjer schon schrieb, so lange die Drehgelenke noch mit Öl versorgt sind und nicht "fressen", halten die extrem viel aus und sind keine Schwachstelle der GT, selbst wenn schon viel Spiel durch starken Verschleiß vorhanden ist. Egal welcher Bauart. Da kann ich dir leider auch nicht sagen, ob bei den 380ern irgendwann die Drehgelenke wie bei den großen 390/395 verbaut wurden, ich meine aber, dass die 380Turbo dann aber eben diese Variante verpasst bekommen haben. Muss ich mal schauen, in der Nachbarschaft läuft ein 380Turbo und ich vergleiche mit unserem 395.


    Was zumindest bei einigen 365/380er vereinzelt auftrat ist, dass der schlepperseitige Aufnahmebock vom Lager, der dann am Motor und Verstärkungsstrebe angeflanscht ist, brach.

    Das hatten wir an unserem vorherigen 380 auch gehabt. Allerdings tritt dieser Schaden in allen Fällen, die mir bekannt sind, nur auf, wenn zuvor massivste Ruck-, Schlag- oder Stoßbelastungen einwirkten. Sprich Fehlbedienung aufgrund Unfähigkeit des Fahrers oder Unfall. In unserem Fall meinte ein ehemals Bekannter mit dem Schlepper und Fl Erdarbeiten auf und mit tiefgefrorenen Boden im großen Gang und Vollgas zu machen. Das hält aber kein Schlepper und Fl aus. Gut, unser Fendt FL hat´s gehalten und funktioniert heute noch, macht es aber nicht besser.


    Und auch das ist kein Untergang, meist reißt die "Stehwand" (gibt ja bauartbedingt nur die eine auf der rechten Seite) des beschriebenen Bocks und die Unterseite verbiegt. Ich bin damals so dann Richtung Himmel schauend noch einige Kilometer über Feldwege zur Werkstatt gefahren. Nichts weiter ging kaputt. Das Teil getauscht und weiter gehts. Selbst die Ölleitungen der Lenkung die durch das Gelenk gehen brauchten nur etwas zurückgebogen werden und mussten nicht ersetzt werden.


    Und zur Hubkraft deines Fl, wenn du Gwichte vorne anhebst und der 380GTA ohne Ballastgewicht im Heck gerade so am Boden bleibt oder leicht abhebt, bewegst du dich noch im Rahmen dessen, was auch die Fendtlader mit entsprechender Ausrüstung schaffen.


    ALso viel Spaß bei der weiteren Arbeit mit so einem schönen Trecker und wenn du mit etwas Bedacht und Umsicht fährst, kannst du ruhig an die Grenzen der Maschine gehen. Zum Spazierenfahren wurden die nicht entwickelt.


    Gruß

    Kai

  • Und auch das ist kein Untergang, meist reißt die "Stehwand" (gibt ja bauartbedingt nur die eine auf der rechten Seite) des beschriebenen Bocks und die Unterseite verbiegt. Ich bin damals so dann Richtung Himmel schauend noch einige Kilometer über Feldwege zur Werkstatt gefahren. Nichts weiter ging kaputt. Das Teil getauscht und weiter gehts. Selbst die Ölleitungen der Lenkung die durch das Gelenk gehen brauchten nur etwas zurückgebogen werden und mussten nicht ersetzt werden.

    Gut, wenn man immer schön die Saisonschaltung rausnimmt ... ;)

  • Danke Heidjer und Krake für eure Infos


    Wie gesagt gehört der 380 turbo nicht mir, hatte den in der Wintersaison von einem Bekannten engemietet, da ich diesen Forstaufbau günstig erwerben konnte. Der Aufbau war bereits zuvor auf einem 380turbo angepasst worden nachdem der Vorbesitzer vom 380er auf den 380turbo wechselte. Ich hab ihn nun wieder zurückgebaut auf meinen inzwischen erworbenen alten 380er.

    Sorry für die fehlende Vorstellungsrunde, ich bin wirklich sehr selten auf Foren, und bisher nur passiv, kenn mich da nicht so aus mit den Anstandsregeln... hab aber nun noch 2-3 Dinge zu mir eingefügt...


    Grüsse

    Matthias bzw Campesino (auch da noch nicht so gewohnt..)

  • Ich möchte gerne noch eine Frage an diese interessante Diskussion anschließen.

    Wie oft gab es eigentlich eine Veränderung/Verbesserung oder neudeutsch Facelift des Vorderbaus innerhalb der Fendt GTA Reihe?

    Ich habe gehört dass der Vorderbau von den Ersten Baureihen 1986 -> Anfang der 90er Jahre einmal verbessert wurde. Und dann habe ich gesehen dass ca. 1998 mit aufkommen der Turbo GTs nochmal eine andere Fronthydraulig verbaut wurde.

  • Die Fronthydraulik mit klappbaren Unterlenkern gab's ab 12.1993. Meiner ist BJ.12.93 und hat die schon.

    Ab 7001er Fahrgestellnummer wurden umfangreiche Änderungen durchgeführt, am Getriebe und breiterer Schlitten 310mm Hinten.