Projekt Restauration Kemper Miststreuer

  • Hallo,


    Ich bin immer noch neu im diesem Metier und habe mir einen alten Miststreuer zur Restauration angeschafft um mich während der Coronazeit zu beschäftigen. Dieser Beitrag soll zur Information für andere, aber auch als Hilfsgesuch für mich dienen, da bestimmt noch viele Fragen aufkommen. Laufen soll der Anhänger hinter meinem Fendt Favorit 1.


    Jetzt geht es los.


    Anfang März dieses Jahres habe ich Ihn in der nähern Umgebung gefunden. Nach einer Besichtigung und Preisverhandlung war man sich schnell einig und Kauf wurde getätigt. Die Triebachse, wie auch der Kratzboden funktionierte.


    Leider machte das Wetter mir immer wieder einen Stich durch die Rechnung, so das an einen Transport erst Ende März zu denken war.


    Einen entsprechenden Anhänger für den Transport eines Einachsers zu finden gestaltete sich schwierig.


    Fortsetzung folgt...


    LG


    joemec

  • Hallo,


    Jetzt geht es weiter. Nachdem der Anhänger seine vorläufige Position im Vorgarten gefunden hat habe ich versucht die leicht verzogene Bordwand mit Spanngurten und Wagenheber zu richten. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Also erstmal die Bordwände entfernt und zur Seite gestellt.


    Dann habe ich die Ketten vom Kratzboden geöffnet und nach vorne und hinten weggeklappt um den Boden zu entfernen. Wie schon im Vorfeld gedacht waren alle Schrauben verrostet und wurden abgeflext.



    Der Boden ist von Haus aus zweigeteilt und lässt sich dadurch auch von einer Person bewegen. Es könnte sein das es dich noch um den original Boden handelt, da ich überall noch original Farbe entdecken konnte.



    Die montieren Gleitschienen wollte ich eigentlich wiederverwenden, allerdings stellten sich diese als rostig und brüchig da, so dass diese neu müssen.


    Fortsetzung folgt ...


    LG


    joemec

  • Hallo,


    Jetzt geht es weiter. Das Fahrgestell steht vor mir und die Überlegung ist, wie geht es weiter? Ein Scharnier ist leider stark verbogen. Dazu gibt es auch einen anderen Beitrag von mir. Aktuell ist die Überlegung dieses durch einen Nachbau zu ersetzen.


    Ich habe mich entschlossen den Rahmen zu entrosten und neu zu streichen. Spritzen kommt nicht in Frage, da mir das Equipment fehlt. Entschieden habe ich mich für das Farbsystem von Erbedol bestehend aus Roststop und anschließender Deckfarbe.

    Entrostet wird mit Grob Reinigungsscheiben. Leider habe ich den Durchmesser 125 bestellt. Ist für eine Maschine, welche für 115 ausgelegt ist, ein wenig doof. Nach der Demontage der Schutzhaube ist eine Verwendung dennoch möglich. Für die Flächen eignen sich die Scheiben gut, für alle Ecken und und Engstellen hilft nur die Bohrmaschine mit Topfbürste.

    Leider bin ich überhaupt kein Freund von Farbe und streichen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich habe festgestellt das sich der Roststop nicht gut verarbeiten lässt. Die Farbe ist sehr dickflüssig und trocknet sehr schnell an. Ich füge immer ein wenig Verdünnung bei was das Streichverhalten ein wenig verbessert.


    Fortsetzung folgt ...


    LG


    joemec

  • Hallo,


    da hast dir was vorgenommen!! Viel Erfolg!


    Schau mal auf deine 125 er Scheiben welche max. Drehzahl die haben dürfen! Die Flex für 115er Scheiben drehen in der Regel schneller als die für 125er Scheiben! D.h. wenn 125er Scheiben auf einer 115er Flex betrieben werden kann die Gefahr bestehen das es dir die Scheiben um die Ohren haut!!!!


    Gruß Uli

  • Hallo,


    willst du die Bretter wieder "original" ersetzen oder Multiplex oder Siebdruckplatte nehmen?
    Ich bin hier gerade an einem Mengele ES20 dran und musste feststellen daß die Nut-und Federbretter absolut unübliche Maße haben.
    Wird darauf rauslaufen lassen daß ich mir selber welche herstellen muss :-(

    Die Führungsschienen für die Ketten waren bei mir auch ziemlich löcherig, also hab ich die einfach auf Maß neu fertigen lassen.


    Viel Erfolg auch!
    Robert

  • Hallo Robert,


    ich werde wieder mit Nut- und Federbrettern arbeiten. Alles andere gefällt mir nicht. Ich hatte schon mal nach Holz geschaut und passendes im Holzhandel gefunden. Allerdings sind die Holzpreise aktuell exorbitant hoch. Der Preis lag irgendwo bei 170,-€. Ob das Brett nun 5mm breiter oder schmaler ist, ist mir persönlich egal. Da ich es aktuell noch nicht benötige habe ich das Holz noch nicht gekauft.

    Die Gleitschienen werde ich selbst fertigen. Den Stahl gibt es im Eisenwarenhandel als Meterware.


    LG


    joemec

  • Hallo,


    jetzt geht es weiter. Zwischenzeitlich habe ich mich auf die Suche nach neuen Reifen gemacht. Ich habe festgestellt das bei den meisten Anhängern die Reifen in einem desaströsen Zustand sind. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen das landwirtschaftliche Betriebe weder Zulassung noch TÜV für diese Art von Anhängern benötigen. Somit habe ich um Schluss wenig Augenmerk auf die Reifen gelegt, sondern mich auf die Grundsubstanz konzentriert. Ich möchte ja versuchen für den Anhänger eine Zulassung zu erreichen.

    Die Reifen stellen einen nicht unerheblichen Kostenfaktor da. Außer der Traglast war für mich auch die Profilart wichtig und somit kommt für mich nur ein AT Reifen in Frage. Nach längerer Suche konnte ich zwei gute gebrauchte Reifen aus der näheren Umgebung erstehen.


    Wie ich diese montiere weiß ich noch nicht, vielleicht lasse ich da den Reifendienst dran. Was mir noch fehlt sind zwei neue Schläuche. Da muss ich aber erstmal nach dem Ventillochdurchmesser schauen.


    Fortsetzung folgt...


    LG


    joemec

  • Hallo,


    willst du die Bretter wieder "original" ersetzen oder Multiplex oder Siebdruckplatte nehmen?
    Ich bin hier gerade an einem Mengele ES20 dran und musste feststellen daß die Nut-und Federbretter absolut unübliche Maße haben.
    Wird darauf rauslaufen lassen daß ich mir selber welche herstellen muss :-(

    Moin


    Das scheint ein generelles Miststreuerproblem zu sein, das die Bretter viel breiter sind als heute üblich, ich habe einfach neue Löcher in den Streuer gebohrt, muss halt funktionieren.


    Gruß Tim

  • ... was Tim schreibt, geht auch alleine. Je größer der Reifen, desto schöner geht das Montieren. Ich habe meine Reifen von den Anhängern auch selbst montiert.

    Gute Reifenmontiereisen brauchst du schon, sonst wird das nichts und den Reifen immer gut ins Felgenbett drücken.


    Und auf den Reifen- und den Felgensitz ordentlich "Flutschi" drauf, damit es gut rutscht. Ich nehme immer die billigste Flüssigseife. Die geht hervorragend.

    Liebe Grüße aus der Oberpfalz


    Claus


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    F17L, F28, F275 GT, Farmer 270 VA

  • Hallo,


    jetzt geht es weiter. Ich habe zwischenzeitlich versucht die Achse und Anbindungsteile vom Kniest zu befreien. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Mit dem Hochdruckreiniger war kein Blumentopf zu gewinnen. Dazu war die Schicht zu dick. Habe es dann mit Spachtel ganz gut hinbekommen. Bei der Gelegenheit habe ich gleich den Deckel des Durchgangsgetriebes geöffnet. Da hatte es sich wohl jemand über Jahre gemütlich gemacht.


    Die Technik sieht soweit ok aus. Muß ein wenig neues Fett dran. Das vorhandene besteht nur noch aus einer sehr zähen Masse.


    Ein Führungsblech der Ketten war gebrochen oder durchgerostet. Da diese Stelle im Nachgang nicht mehr sichtbar ist habe ich mir erlaubt nach über 30 Jahren mal wieder ein autogenes Schweissgerät zu nutzen. Das Ergebnis ist so naja. Zwar nicht schön, aber durchgeschweisst. Form folgt halt Funktion. Es werden sich noch ein paar Ecken finden um wieder ein paar schönere Raupen hinzulegen. Auch fehlt mir noch Trennspray.



    Im Moment macht mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Alle halbe Stunde ein Schauer in den letzten Tagen und keine Besserung in Sicht. Da ich ja nur draußen arbeite heißt es halt warten auf besseres Wetter.


    Fortsetzung folgt...


    LG


    joemec

  • Hallo,


    jetzt geht es weiter. Das entrosten und streichen stellt sich doch als etwas umfangreicher da als gedacht. Die U-Profile nehmen viel Zeit in Anspruch. Wie schon vorher beschrieben bin ich mit der Rostfarbe nicht zufrieden. Diese trocknet schon in der Farbwanne sehr schnell. Ich streiche jetzt aus dem Farbeimer heraus, aber selbst da bildet sich innerhalb kürzester Zeit eine Haut auf der Farbe. Das ist schon sehr nervig.


    Um besser an das Fahrgestell zu kommen habe ich die Räder demontiert. Davor hatte ich großen Respekt, da unbekannt ist wann die Radmuttern das letzte mal geöffnet wurden. Somit habe ich die Radbolzen mit einer Topfbürste gereinigt und 14 Tage lang mit einem Noname Kriechöl eingesprüht. Leider war mit einem ausgedienten Drehmomentschlüssel nichts zu holen.


    Ich hatte das Glück das in der Nähe ein gebrauchtes LKW-Radkreuz käuflich zu erwerben war. Damit ging es an den nächsten Versuch. Und was soll ich sagen, die Radmuttern ließen sich lösen.


    Damit hat doch schon eine andere Gewalt. Das richtige Werkzeug ist schon die halbe Miete. Die Anlageflächen der Muttern sehen nicht mehr so gut aus, die werde ich schleifen. Die Limesringe müssen neu.


    Dem ein oder anderem wird ein Lächeln über die Lippen kommen, aber für mich als Neuling ist jede Aufgabe eine neue Herausforderung.


    Fortsetzung folgt...


    LG


    joemec

  • Hallo,


    jetzt geht es weiter. Um besser an den Rahmen rund um die Achse zu kommen trage ich mich mit dem Gedanken das Getriebe für den Kratzboden auszubauen. Das hätte den Charme das ich selbige anständig reinigen und streichen kann. Hinten den Umsetzer für den Kettenantrieb kann man wahrscheinlich abziehen. Die 27er Schrauben der Halteplatte lassen sich bewegen. Halter auf der Gegenseite kann ich abflexen. Aber wie bekomme ich die Sperre auf der Antriebsseite runter? Links hängt das Getriebe im Halter, hinten die Welle in der Halterung Umsetzer. Einfach ablassen geht nicht. Irgendwie muss das Getriebe m.M. Richtung Deichsel.

    Wenn jemand eine Idee hat bitte melden. Ich bin um Tipps verlegen.

    Fortsetzung folgt...


    LG


    joemec

  • Ein Führungsblech der Ketten war gebrochen oder durchgerostet. Da diese Stelle im Nachgang nicht mehr sichtbar ist habe ich mir erlaubt nach über 30 Jahren mal wieder ein autogenes Schweissgerät zu nutzen. Das Ergebnis ist so naja. Zwar nicht schön, aber durchgeschweisst. Form folgt halt Funktion. Es werden sich noch ein paar Ecken finden um wieder ein paar schönere Raupen hinzulegen. Auch fehlt mir noch Trennspray.

    Servus.

    Fürs Autogenschweißen braucht du kein Trennspray. Diese Schweißnaht sieht aber nach Elektrode aus, und ist meiner Meinung nach nicht richtig eingebrannt. Muß aber wahrscheinlich nicht viel halten?;):/Mußt nur vorher den Rost sauber abschleifen, dem Material angepasste Ampere einstellen und dann funktioniert auch das Schweißen besser:)