Fendt F18H Auspuff

  • Hallo Zusammen,


    Bin neu hier im Forum und möchte mich daher kurz vorstellen bevor ich zu meiner Frage komme. Ich restauriere gerade ein Dieselroß F18H und befinde mich schon in der Endphase der Restauration. Nachfolgend ein Bild vorher nachher, wobei man auf die Farben nicht gehen darf, da die Kamera als auch die Lichtverhältnisse sehr schlecht waren....


    Nun zu meiner eigentlichen Frage bzw. bitte. Kann mir einer von euch ein Foto des Auspuffs mit Maßen schicken? es War kein Auspuff mehr verbaut und ich möchte diesen möglichst originalgetreu nachbauen. Weis auch jemand wie dieser innen aufgebaut wurde?


    Vielen Dank schon mal!


    Grüße,

    Bulldogschrauber


  • Hallo,


    das ist ja mal eine Vorstellung! Schön, dass jetzt alle deinen Namen kennen und wenigstens ganz grob wissen, wo Du herkommst!

    Ich komm dann hier auch gleich zur Sache. da es bei den F18H von 1950 mehrere Varianten gibt, die entweder sehr simpel aufgebaut und auch laut sind oder eben die Variante, die es bereits 1949 gab aber eben aufwändiger gemacht und deutlich effizeinter in Bezug auf Schalldämmung. Ausserdem muss ich noch wissen, ob der Auspuff bei Deinem Traktor in den Kopf reingeschraubt oder mit einem Flansch angeschraubt wird.


    Gruß f18h-doc

  • Hallo,


    Vielen Dank erst mal für die flotte Antwort!

    jaa ich weis, ich wollt ja hauptsächlich meinen Bulldog vorstellen und nicht mich als Person... Ich komm aus dem tiefsten Niederbayern im 3-Ländereck.


    Also mein Dieselross is Baujahr 1949 und ich würde die stärker Schalldämmende-variante bevorzugen, solange hier ein Nachbau möglich ist. Der Krümmer ist bei mir am Zylinderkopf angeflanscht.


    schöne Grüße,

    Bulldogschrauber

  • Hallo,


    wenn der Traktor von 1949 sein soll, ist mit den Schwungrädern bzw. dem Motor was passiert - denn die kleinen Schwungräder gab es definitiv erst 1950. Auspuffmässig hab ich mal schnell die 3 gängigsten Ausführungen fotografiert. Der Aufgehängte ist ab 1939 verbaut worden und hatte die Rohrverschraubung als Verbindung zum Kopf. Ab 1948 gab es die Ausführung mit den glatten Deckeln jeweils an den Topfenden und 1950 kam dann noch die "Sparausführung" mit dem Abgang zur Seite raus hinzu. Da es damals allerdings noch etliche Pferdefuhrwerke auf dem Land gab und manches Pferd scheute, wenn es vom Abgas angeblasen wurde, hat man sehr oft die Anlagen wie früher nach hinten verlegt und die vorhandenen Auspufftöpfe an die neue Verrohrung angeschweisst.

    Für den "Mittelaltertopf" nehme ich Siederohr aus dem Heizungsbau mit 130 mm Aussendurchmesser und 400 mm Länge. Bei dem Siederohr beträgt die Wandstärke ca. 4 mm. Dem entsprechend werden die Endplatten auch aus 4 mm Blech ausgeschnitten. Das Innenleben und auch die restliche Verrohrung besteht ebenfalls aus Heizungsrohren mit 48 mm Aussendurchmesser. Das Rohrstück im Topf wird fast so oft wie möglich mit einem 6 mm Bohrer durchlöchert, anschliessend in der Mitte auseinandergesägt. Dann nimmt man ein Stück Flacheisen, setzt das zwischen die abgesägten Rohrstücke und schweisst die Rohrstücke mit dem Flacheisen wieder zusammen. Wenn man das Ganze nun in das Siederohr steckt und alles zusammenschweisst, dann hat man endlich den fertigen Topf. Die Auspuffgase müssen also aus der ersten Hälfte des Lochrohrs raus, wandern im Topf weiter und gehen in die zweite Hälfte wieder rein und von dort aus ins Freie.

    Schau bei der Herstellung darauf, dass der Topf vom Volumen her nicht kleiner wird und die Rohre wirklich genug Bohrungen haben. Wenn Du das vergeigst, dann kann es passieren, dass sich das Kühlwasser bei warmem Motor in einem Schwall aus dem Wasserkasten verabschiedet, da dieser Motor nur sehr wenig Rückstau in der Auspuffanlage verträgt.


    Gruß f18h-doc

  • Hallo F18H-doc,


    Vielen Dank für die super Anleitung und die guten Bilder!! Da kann ich am Wochenende, wenn es mir zeitlich ausgeht direkt loslegen :);):thumbsup::thumbup:

    Ich hab jetzt gleich nochmal das Baujahr angesehen, als du gesagt hast es müsste von den Schwungscheiben eher 1950 sein. Und ja es ist 1950, hab’s mit einem anderen Bulldog einem 11er Deutz von mir verwechselt und der steht in der Werkstatt direkt daneben... Sorry dass ich hier erst das falsche angegeben habe...:/:wacko:


    Da meiner ja doch Baujahr 50 ist, wär es also am „originalsten“ wenn der Auspuff zur Seite rausgeht, hab ich das richtig verstanden?


    Grüße,

    Bulldogschrauber

  • Hallo,


    noch was - von den Abmessungen aussen gehen bei der Sparvariante auch die Töpfe vom Hela D14 und D18 sowie vom Fendt F15 bis Bj. 1952/53. Wie das Innenleben aussieht konnte ich noch nicht eroieren da ich zwar schon jede Menge F15 Töpfe mit sehr guter Aussicht nach innen hatte aber noch nie einen, der auch definitiv vom F18H stammt.


    Gruß f18h-doc

  • Noch eine kleine Ergänzung: die ABE vom F18 von 1937 gibt unter Punkt 8 ein paar Hinweise auf den inneren Aufbau des Schalldämpfers. Siehe Bild im Anhang. Das ist aber wohl nur die erste Variante, wurde später mehrfach geändert.

    Schöne Pfingsten allerseits

    Robert