Sitzhalterung philippinisch

  • Wer wie ich einen restaurationsbedürftigen Fendt erworben hat bei dem ein Großteil der zum Fahrzeug gehörenden Teile beteits gefehlt hat ist bei fortschreitender Renovierung gezwungen diese zu ersetzen. So war und ist es bei mir natürlich auch. Bei meinem Farmer 2D fehlte die gesamte Sitzkonsole samt Sitz. Nun es war nicht schwer einen neuen Sitz zu bekommen aber auch für den gab es keine Konsole die 1. direkt an den Trecker und 2. an die Schiebevorrichtung des Sitzes hätte geschraubt werden können. So blieb eben auch hier wieder nur der Weg des DIY. Für die erste Sitzhalterung schweißte ich einen kleinen Rahmen doch schon bei der nächsten Ausfahrt merkte ich schnell, das etwas fehlte und zwar eine Federung, denn jedes Schlagloch ging direkt auf die schon vorgeschädigte Wirbelsäule. So konnte es also nicht bleiben denn man wird ja nicht jünger. Nun schaute ich mir etwas genauer den Platz der zukünftigen Sitzposition an und fand auch geeignete Schrauben, an denen zukünftig die neue Halterung befestigt werden sollte.


    Wie es bei mir schon zur Regel geworden ist erst mal nachschauen, was da noch an Altmaterial rumfliegt. Mit ein wenig Phantasie entstanden da recht schnell einige Entwürfe im Kopf und aus den Resten wurden Stück für Stück wieder kleine brauchbare Einzelstücke aus denen sich dann wiederum die Konsole zusammensetzte. Die Federung stammt von einer hier überwiegend gefahrenen Honda XRM, so dass auch die Ersatzteilbeschaffung gesichert ist.


    Der Stift mit dem Sicherungssplint lässt sich herausziehen und der Sitz kann auf diese Weise nach hinten geklappt werden. Ob das nun die endgültige Montage bleibt werden die nächsten Ausfahrten zeigen. Der Sitz bleibt auf jeden Fall verschiebbar und die Federung kann bei nachlassender Spannung sowohl am Federbein als auch durch die in einem Langloch verschiebbare obere Halterung verändert werden. Federbeine gibt es zudem in allen erdenklichen Größen und Ausführungen.


    Den Halterungen fehlt noch etwas Farbe und auch der Gertriebedeckel auf dem eine Eisenplatte montiert war, die ich mit viel Aufwand entfernt habe bekommt noch eine Lackierung und dann sollte auch das Projekt Sitz und Halterung abgehakt sein.


    Was unbedingt noch gesagt werden muß: " An Verbesserungsvorschlägen bin ich immer interessiert denn das hier ist alles einem bereits in die Jahre gekommenen Kopf entsprungen, der nie in diesem Aufgabengebiet gearbeitet hat."


    Also seid gnädig mit mir.



    MfG


    Wolfgang von der Insel

  • Ja Sepp


    das hast du genau richtig erkannt Gewicht des Fahrers und die Stärke des Federbeins müssen aufeinander abgestimmt sein. Da es für mich funktioniert und ich alleiniger Fahrer sein werde reicht es für mich erstmal aus.

    An Änderungen die eine Verbesserung mit sich bringen bin ich immer interessiert.


    Gruß Wolfgang

  • Moin


    Gut gebaut, aber eigentlich kenne ich es nur anders herum, vorne Fest und unterm Arsch die Federung oder als Paralelogramm ausgeführt.

    Das macht für mich auch Sinn, denn die Beine stehen ja fest auf dem Trittblech, der Hintern und der Rücken wollen gefedert werden. Vielleicht einfach vorne fest machen und hinten mit 2 Federbeinen arbeiten :/

    Eine Testfahrt wird es dir zeigen :thumbup:


    Gruß Tim

  • Hallo Tim,

    danke für den neuen Gedanken den du da einbringst, der bei genauerer Betrachtung das bestätigt, was Sepp bereits angeschnitten hat.

    Der Hydraulikblock, an dem der Sitz festgeschraubt ist, ist um einiges höher ausgeführt, d.h. wenn ich es schaffe, mit der unter dem Sitz befindlichen Haltplatte weit genug nach vorne zu kommen sollte es möglich sein die Halterungen genau andersherum zu befestigen. Wenn nicht, würde die Platte bereits nach wenigen Zentimetern des Einfederns auf dem Hydraulikblock aufschlagen. Das schau ich mir nochmal genauer an, denn wenn ich die Möglichkeit habe, wird es auf jeden Fall probiert.


    Gruss Wolfgang

  • Hallo Fendtgemeinde,


    ja trotz guter Ausführung der Halterung war es in der Sache doch falschherum und die beiden Einwände kamen völlig zurecht. Ich habe versucht nun unter Verwendung der alten Befestigungen alles umgekehrt zu montieren wie es Sepp und Tim beschrieben haben und was soll ich euch sagen, kaum macht man es richtig, schon klappt es. Die Federung ist sänftenmäßig, jedenfalls stelle ich mir vor, dass herumgetragen werden sich so ähnlich anfühlt. Der Sitz steht auf Grund der Vorspannung zwar nicht 100 % waagerecht aber wenn man sich gesetzt hat kommt Wohnzimmersesselfeeling auf. Da in dieser Position nun wirklich das gesamte Körpergewicht im Sitz hängt und gefedert werden muss, war es tatsächlich erforderlich einen zweiten Dämpfer zu montieren und das bei 75 KG Gewicht. Glücklicherweise werden sie für's Motorrad sowieso im Doppelpack verkauft. Nun kann jeder selbst herausfinden wieviel Stoßdämpfer er braucht. Bei mehr wie drei ist die Sitzbreite allerdings nicht mehr ausreichend.

    Also bedanke ich mich abschließend für eure Unterstützung, es hat mich gefreut mit euch zu arbeiten.


    Grüße von der Insel

    Wolfgang