Dieselross F15 G6 - Getriebeöle wechseln - Getriebe abdichten? - 1. Gang springt raus

  • Hallo zusammen,


    ich bin derzeit dabei unser altes Dieselross F15 G6 (Baujahr 1954) wieder instandzusetzten. Das Getriebe hat eine Doppel-H Schaltung mit 6 Vorwärtsgängen und 2 Rückwärtstgängen, wobei der Traktor auf 6 km/h gesperrt ist, offenbar indem die schnelle Gruppe blockiert wurde.
    Nach dem Abdichten der Wasserpumpe, Ölwechsel, neuem Haupt-Keilriemen, Poröser Kühlerleitungen, abgebranntem Anlasser-Kabel und gerissenen Mähbalken-Keilriemen bin ich jetzt auf das nächste "Problem" (?) gestoßen:


    Im Getriebegehäuse des Schaltgetriebes ist nahezu kein Öl mehr drinne. Man sieht zwar unten etwas Öl drinne stehen, aber dieses reicht scheinbar nicht mal bis zum Anfang des Ölmessstabes. Im Öl für die Hinterachsen (Differentialgetriebe?) ist dagegen noch genügend sauberes Öl vorhanden, sogar einen ticken mehr als obere Marke. Hab dann auch noch in den Ölbehälter für die Zapfwelle / Riemenscheibe geschaut, und dort ist scheinbar auch fast nix mehr vorhanden, so dass die Zahnräder nur noch mit dem unteren Ende im Öl stehen.


    Wenn ich von unten auf die Welle schaue, mit der die Handbremse in das Getriebegehäuse geht, so ist das schon recht ölig. Ich würd jetzt erst mal wieder Öl im Schaltgetriebe auffüllen und schauen was passiert - es wird ja nicht direkt überall rauslaufen - denke das ist über einen sehr langen Zeitraum herausgetropft?
    Kann ich in alle Getriebeteile das selbe Öl einfüllen, z.B. 80W90? Wieviel füllt man für die Zapfwelle ein (dort ist kein Meßstab, nur ein Loch zum nachschauen/auffüllen), oder ist das gar mit einem der anderen Behälter verbunden?


    Eine weitere Macke des Getriebes ist wohl, dass der 1. Gang der langsamen Gruppe nicht drinne bleibt. Muss man da Getriebespezialist sein, um das zu behoben, oder bekommt man das auch mit ein wenig Geschick selber hin?


    Danke und Gruß
    Andreas

  • Moin
    Zum Öl: Die Hauptwelle im Getriebe hat einen Simmerring zum Differentialraum.Man kan nun alles zerlegen und diesen Ring wechseln,oder den Ölstand in allen Gehäusen auf das gleiche Niveau bringen.D.H. im Differentialgehäuse ist etwas zuviel Öl.Wurde mir von einer Fendt-Werkstätte gesagt,das hätte man früher öfter gemacht.Wir haben das Getriebe unseres Farmer 1 aber trotzdem komplett saniert.
    Zum 1. Gang: Sind alle Federn auf der Schaltung noch heile? Das wäre leicht zu beheben,die gibt´s noch neu!

    Viele Grüsse aus fast Ostfriesland! Heiko & Sascha
    Es geht nichts über einen 12er GT!!!!!!!!!!!
    Doch, ein 12er GT als `Lenkhilfe` am F12HL!!!!!!!:thumbsup::thumbsup:

    Oder man nimmt gleich den Großen ;):thumbsup:

  • Servus,


    hmm, wenn dieser Simmerring defekt ist, müsste dann das Öl nicht über die Zeit langsam wieder zurückfließen in das Gehäuse des Schaltgetriebes? Wozu trennt man die beiden Öl-Räume eigentlich, wenn doch eh das selbe Öl drinne ist - oder ist es das nicht?
    Wenn ich also Glück hab, muss ich nur von Zeit zu Zeit die Ölstände abgleichen?


    Alle Federn noch heile? Gute Frage, welche Federn? :huh:
    Liegen die direkt offen da, wenn ich den Deckel des Schaltgetriebes samt Schalthebel abschraube?


    Danke und Gruß
    Andreas


    PS: Oh, ein ganzer Beitrag mit Fragen :)

  • Hallo,


    die Federn kannst Du sehen, sobald der Schaltdeckel abgenommen wurde. Sei müssen alle gleich hoch über den Lagerböcken für die Schaltwellen überstehen. Wenn sie das tun, dann vermute ich den Fehler im Bereich der Schaltgabel oder der Zahnräder. Die Sache mit dem Öl ist die: Das Differential- sowie das Schaltgetriebe werden in etwa bis zur Hälfte mit Öl gefüllt. Da das Differential aber hier konstruktiv bedingt deutlich tiefer als das Schaltgetriebe liegt, ergeben sich zwangsläufig 2 Ölniveaus. Wenn nun das Differentialgehäuse soweit mit Öl gefüllt würde, dass der Ölspiegel so hoch wie im Schaltgetriebe ist, dann sind die Achstrichter randvoll - was bei dichter Hinterachse nicht weiter schlimm ist aber es kann passieren, dass aus der Differentialsperrenwelle plötzlich eine nicht unerhebliche Leckmenge entweicht. Das musst Du halt ausprobieren. Ich würde allerdings erst zur Schaltung sehen - und wenn sich da ein Schaden an Lagern oder Zahnrädern abzeichnet, dann kommst Du um eine Richtige Reparatur eh nicht rum.


    Gruss f18h-doc

  • Servus,


    achso, die haben unterschiedliche Pegel... na denn.
    Das Öl ist also das Selbe?


    Hab heute mal den Schaltdeckel abgenommen um nach den Federn zu schauen, siehe Anhang.
    Irgendwie fehlt da aber eine. Wenn man von oben drauf schaut, dann fehlt rechts oben eine Feder... das ist ja auch die für den 1. Gang, richtig?
    Da ich zur Zeit auch den Keilriemen für den Mähantrieb gewechselt habe, ist mir noch was komisches aufgefallen:
    Zum Wechseln der Keilriemen musste ich die Aufnahme der Kupplung von der Schwungscheibe am Motor entfernen und dann immer weiterdrehen um an die ganzen Schrauben dranzukommen, also habe ich den Gang rausgenommen und mit der Kurbel gedreht. Dabei kam mir der Traktor aber immer entgegen, so als ob noch ein Gang eingelegt wäre - kann das auch mit der fehlenden Feder zu tun haben?


    Gruß
    Andreas

  • Moin
    Die Feder hält den Gang eingeschaltet,ja.Würde ich erneuern.
    Der Trecker rollt beim Kurbeln,muss noch ein Gang drinne sein,wahrscheinlich liegt es an verschlissenen Kulissen der Schaltung,dann kann man den Hebel in Leerlauf bewegen und der Gang ist zum Teil oder ganz noch drinnen.

    Viele Grüsse aus fast Ostfriesland! Heiko & Sascha
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  • Servus,


    ok, mal bei der BayWa fragen, die müssten das von Fendt beziehen können, oder?


    Mit "verschlissene Kulisse" meinst du die Metall-Blöcke, die durch den Schalthebel verschoben werden, oder? (mehr Teile als auf dem Bild oben hab ich nämlich nicht).


    Danke und Gruß
    Andreas

  • Moin
    Ja,genau.
    Genau,das ist die Kulisse.
    Vieleicht wennn das öfter ist mit den Gängen,ich würde erst einmal die Feder und die Öle tauschen,daan vieleicht mal die Kulisse tausche,eher nicht.

    Viele Grüsse aus fast Ostfriesland! Heiko & Sascha
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  • Sooo,


    war heute bei der BayWa, die hatten diese Feder tatsächlich vorrätig.
    Getriebeöl hab ich heute auch besorgt - 80W90 GL4. Da ich nicht weiß wie alt das Öl im Differential ist, wird das auch gleich mit getauscht, auch wenns noch ganz ok aussieht.


    Mal sehen ob ich morgen dazu komme.
    Gibts beim Zusammenbau etwas, worauf man unbedingt achten muss? Die Kulisse stell ich wieder so hin, dass kein Gang eingelegt ist und dann kommt der Deckel drauf?! Zuvor schneid ich aus Dichtungspapier noch eine geeignete Dichtung aus, damit nicht alles oben raus sifft - vorher war da scheinbar eine "Flüssig-Dichtung" dran, zumindest sieht man Rückstände von so ner weichen Masse.


    Gruß
    Andreas

  • Moin
    Kannste mit Papier machen,wir nehmen an solchen Deckel eine nicht hart werdenden Flüssigdichtung von Curil zB.
    Du musst nur drauf achten,das die Schalthebelkugel in die Führung(Kulisse)an der richtigen Stelle kommt.

    Viele Grüsse aus fast Ostfriesland! Heiko & Sascha
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  • Hoi,


    so, Getriebe ist wieder soweit zusammengebastelt. Das Basteln der Dichtung war ein bissl tricky, hab mir gedacht ich mach ein Foto, drucke das in Originalgröße aus und schneide es dann aus. Aber weil ich relative nahe dran war und auch nicht 100%ig gerade, stimmte die Schablone dann nicht 100%ig und ich musste ne weile dran rumschnitzen... das nächste mal mess ich das lieber aus ;)


    Die neue Feder ist an ihrem Platz und der 1. Gang springt nicht mehr raus. Das rollen lag wohl daran, dass der 3. Gang noch teilweise eingelegt war, evtl. hab ich beim Wechseln des Mähantrieb-Keilriemens da etwas zu oft im Stand geschaltet bzw. einmal ist auch der Schalthebel aus der Kulisse gerutscht... evtl. hab ich den dann wieder ins falsche Loch zurückgesteckt. Beim Ablassen des Getriebeöls ist dann auch wieder die fehlende Feder aufgetaucht... zumindest 2 Windungen davon, ist wohl irgendwann mal gebrochen.


    Bei den Füllmengen hab ich mich dann etwas gewundert. Ich dachte irgendwo gelesen zu haben, dass ins Schaltgetriebe 6 Liter gehören und ins Differentialgetriebe 8 Liter. War dann aber irgendwie anders rum: 6 Liter im Differentialgetriebe und 8,5 Liter im Schaltgetriebe (gemessen mit aufgelegtem Ölmessstab, nicht eingeschraubt, aber da scheiden sich ja auch die Geister ;) ). Ach ja, ins "Getriebe" von Zapfwelle/Riemenscheibe haben auch noch ca. 1 Liter gepasst.


    Jetzt muss ich nur noch gelegentlich prüfen, ob die Ölstände in beiden Getrieben gleich bleiben und nicht das Öl von vorne nach hinten wandert.


    Gruß
    Andreas