Reparaturthread 312 LSA

  • Moin,

    für meinen ersten Thread habe ich mir überlegt , dass ich einen Reparaturthread erstelle , wo ich als erstes ein Problem der EHR gefunden und instand gesetzt habe.


    Zum Problem:

    Die EHR fing irgendwann an , dass ich sie nicht mehr heben und senken konnte. Anfangs war es sporadisch und irgendwann ging gar nichts mehr. Da ich gelernter Elektroniker bin, war es natürlich klar , dass ich den Fehler irgendwie finden muss und nicht so schnell aufgebe :D


    Aufgrund des Fehlers habe ich mir vorweg schon mal das Buch Service Training EHR 4 besorgt, in welchem JA/NEIN Lösungsschritte beschrieben sind.

    Da sich die Unterlenker manuell über die Druckschalter am Regelventil heben und senken ließen, stand es somit fest, dass der Fehler elektrisch sein muss. Dieses ist auch Voraussetzung für die Fehlersuche bei den JA/NEIN Lösungsschritten ( die hydraulische Seite muss funktionieren).


    Auf der Seite http://www.winci.de findet man direkt auf der ersten Seite viele Informationen über die EHR und die Komponenten , die mit ihr arbeiten. Das sind z.B. die Kraftmessbolzen oder der Messwertaufnehmer Lage. Ich habe wie auf winci beschrieben, alle Spannungen und OHM - Werte kontrolliert, egal ob am 25poligen Stecker oder an den Pins der E-BOX selber. Ich habe die E-BOX aus dem Gehäuse gebaut und für Messungen an den 25-poligen Stecker angeschlossen. So ließen sich bei eingeschalteter Zündung leicht Spannungswerte kontrollieren, welche die E-Box ausspuckt.


    Ich habe auch das EHR - Bedienteil demontiert , umgedreht und die Einstellpotis (Senkgeschwindigkeit und Co ) auf ihre Ohmwerte kontrolliert. Alles war in Ordnung. Ich habe mir den Schaltplan der EHR zur Hand genommen und sämtliche Verbindungen zwischen EHR - Bedienteil und dem 25-pol. Stecker kontrolliert = >augenscheinlich ! in Ordnung.


    Irgendwann fiel mir auf, dass die rote LED im EHR - Bedienteil beim Heben immer leuchtete so wie es soll und die orangene LED bei der Stellung senken beim Bewegen des EHR - Bedienteils flackerte. Die LEDS sind parallel zu den Heben und Senken Magnetventilen am Regelventil geschaltet und zeigen somit an, ob da Spannung anliegt. Na viel hin - und herbewegen habe ich das anscheinend mit einem Kabelbruch belastete Kabel ausfindig gemacht, welches mit der orangenen LED und einem Kontakt am Schnellaushubschalter verbunden ist. Es lag eine Unterbrechung in dem Stecker vor, mit welchem man das EHR - Bedienteil abstecken kann. Da ich mich nicht großartig damit ärgern wollte, die Pins aus den Steckern zu bekommen und sie dies auch überleben, bin ich das umgangen indem ich die Kabel jeweils vor den Steckern abkniff und mit einer extra Steckverbindung neu verbindete. Somit bleibt das EHR - Bedienteil immer noch abnehmbar.

    Am nächsten Tag ließ ich den Schlepper eben laufen und siehe da, die EHR ließ sich wieder mit dem Schnellaushubschalter senken und heben. Somit war die Angst eines E-BOX Defekts dahin und viel Geld für eine Reparatur gespart :D Wenn man sich den Fehler anguckt und was der für eine Wirkung hatte, ist das schon zum schmunzeln. Im ersten Moment siehts natürlich fatal aus, wenn die EHR gar nicht mehr geht.

    Ich kann nur jedem empfehlen, selber erstmal die Werte und Verbindungen zu prüfen , bevor man den Schlepper zur Werkstatt bringt. Elektronikfehler suchen kostet Zeit und somit Geld und kann erst spät zu einem Ergebnis führen. Mit einem einigermaßen vernünftigem Multimeter und der passenden Literatur sowie Geduld kann man das ohne Probleme machen. An Literatur habe ich das Werkstatthandbuch vom 312, Service Training EHR 4 und die ganz normale Betriebsanleitung.

    Anbei sind noch die Bilder !


    Schönen Abend noch. Gruß


    Gruß

    Sven

  • P.S. Die EHR funktioniert wieder ganz normal über den Schnellaushubschalter , aber über die externe Bedienung an den Rückleuchten geht sie nur an einem der vier Druckknöpfe. Ich habe dann die Steckverbindungen am Kabinenholm gelöst , um die Druckschalter ,ohne sie vorher aus den Rückleuchten zu bauen zu testen. Ergebnis : kein Durchgang an den übrigen drei Druckschaltern. Somit habe ich die Gehäuse an beiden Seiten abgebaut und in beiden Fällen konnte man schon sehen , woran es lag.

    Bei den Druckschaltern rechts waren die Anschlusskontakte abvibriert und bei dem Druckschalter links waren zwei Kabel auch einfach direkt nach dem Schutzschlauch abvibriert. Die Kabel habe ich verlängert und mit neuen Kabelschuhen versehen. Es werden nun vier neue Druckschalter bestellt und eingebaut. Danach sollte erstmal wieder Ruhe sein :D


    Gruß

  • Moin, ein behobenes Problem aus der Vergangenheit: Der Fahrersitz ließ sich nicht mehr hochpumpen , da der Kompressor für den Luftbalg nicht mehr bei Betätigung des Schalters arbeitete. Die Werkstatt des Vorbesitzers hatte wohl nicht viel Zeit oder keine Lust , vernünftig nach dem Fehler zu suchen und hat an dem Kompressor eine 12 Volt - Leitung angeklemmt . Am Ende war ein 12V-Kfz-Stecker und somit musste man immer den Stecker in die 12V - Steckdose im Armaturenbrett stecken, wenn man den Sitz hochpumpen wollte :thumbup:

    Als erstes habe ich den Schalter ( Plus und Minus abgeklemmt) geprüft, ob dieser auch beim Endanschlag oben (Sitz hochpumpen) durchlässt. Dieses tat er und somit prüfte ich, ob beim Endanschlag oben auch 12 V am Kompressor anlagen. Dieses war nicht der Fall und somit konnte man den Fehler schon ziemlich weit eingrenzen :D

    Ich habe dann die Plus - und Minusleitung ( blau und schwarz ) jeweils auf Durchgang geprüft und die schwarze Minusleitung war doch tatsächlich unterbrochen und das, obwohl sie in einem Schutzrohr verlegt sind. Das ständige Auf und Ab hat das Kabel wohl zerlegt. Ich habe dann das Schutzrohr beiseite geschoben, die beiden Enden wieder zusammengelötet und danach konnte man den Sitz auch wieder mit dem Schalter hochpumpen.


    Gruß

    Sven

  • Moin,

    ich habe mal meine K50 Vorrichtung fotografiert für den Fall, dass sich jemand auch mal sowas zulegen will. Die Vorrichtung ist nach den Vorgaben des TÜV - Ingenieurs ( Dicke des Flachstahls und Bauform) von einem Schweißfachbetrieb gebaut worden (Schweißfachbetrieb mit Zertifizierung war Vorgabe). DIe K50 Kupplung ist eine von GRANIT mit E-Prüfzeichen. Bei der Abnahme der Vorrichtung durch den TÜV hat diese eine Teilenummer eingeschlagen bekommen.

    Dadurch, dass der Schlitten von einem einfachen Zugmaul mit Bolzen stammt, ist die Vorrichtung auch höhenverstellbar. Da die Vorrichtung als Zugvorrichtung so wie das normale Zugmaul gilt, musste es dann nach der Abnahme im Schein vermerkt werden. Alles in allem kostete der Spaß um die 300 Euro. Es war zwar Lauferei , aber die fertig kaufbaren K50 Schlitten kosten doppelt so viel und mir war zudem wichtig, dass die K50 - Kugel soweit wie möglich hinten sitzt, damit es beim scharfen Einlenken nicht gleich eng mit der Deichsel des Anhängers wird. Die Anhängelast darf gebremst 3500KG und ungebremst 750KG betragen.


    Gruß

    Sven