Fendt F24L Restauration

  • Hallo zusammen,


    Die Schritte werden immer kleiner, darum hat es sich letzte Woche nicht gelohnt.

    Die Transportsicherung mit allen Einzelteilen:


    Dann ging es um die Sitzkonsole. Die originale Gummifeder besteht aus 3 konischen Teilen, die es als Nachferigung gibt. Allerdings zu einem sehr stolzen Preis. Darum habe ich andere genommen die den gleichen Durchmesser haben, aber länger sind. Damit die Gesamtlänge stimmt, wurde ein Puffer durchgesägt, das klappt mit einem groben Sägeblatt in der Dekupiersäge erstaunlich gut. Auf dem Abschnitt links ist noch das Kreppband zur Markierung der Schnittkante.



    Damit die Sitzschwinge nicht wieder so schnell ausschlägt, hat der neue Bolzen eine Schmiermöglichkeit bekommen.



    Hier das Ganze dann mit Gummipuffern und Sitzschale vormontiert:


    Dann habe ich mir den Luftfilter mal näher angesehen und dabei kam dann auch gleich die Ernüchterung.

    Die Füllung ist komplett zerbröselt. Da das Rohr zum Krümmer abgebrannt wurde, ist wahrscheinlich die Kokosfüllung teilweise verbrannt. Das Gehäuse ist ja komplett verbördelt, also kann man nicht so einfach neues Filtermaterial einfüllen. Hat hier jemand eine Idee wie das zu lösen ist? Im Netz findet man ja einige Berichte wie neues Gewebe in die unterste Kammer gefüllt wurde, aber da war im oberen Bereich immer noch alles in Ordnung.



    Auf dem Bild sieht man es kaum, aber das Filtermaterial ist fast komplett weg. Also wenn jemand zum Luftfilter eine Idee hat wäre ich für Tips dankbar.


    Gruß Jens

  • Hallo Jens!

    Der Luftiltereinsatz ist auch teilweise punktgeschweißt. Ich hab die Punkte aufgebohrt und den gebördelten Rand aufgeschliffen. Den gebördelten Ring aufheben!

    Danach mit Kokos gefüllt, ohne zu stopfen, schwer zu sagen, wieviel da rein müsste. Dann die gebohrten Punkte mit paar Blindnieten fixiert und außen den Rand geheftet, siehe Bilder.



    Kokos stammt vom Multicar M22, da ist noch allerhand übrig, könntest du haben.


    Es gibt diese Einsätze auch noch oder wieder zu kaufen...


    Gruß René

  • Hallo René,


    danke für das Angebot, wenn ich das ganze heil auseinander bekomme, würde ich darauf zurückkommen.


    Bei meinem Ersatz-Luftfilter ist das gesamte Gehäuse (bis auf den Öltopf) alles verbördelt, es gibt keinen separaten Einsatz.

    Soweit man es durch die Löcher erkennen kann, scheint das untere Lochblech in der geprägten Rille eingelegt zu sein.

    Das zweite Lochblech liegt in Höhe der Bördelkante. Wahrscheinlich ist es da mit dem Gehäuse verbördelt.



    Am roten Pfeil Kann man erkennen wie der obere Gehäuseteil um den unteren gebördelt ist. Ich hatte schon überlegt die Kante am blauen Pfeil so abzuschleifen, dass der äüßere Rand stehen bleibt, in der Hoffnung, dass man dann das Innenleben herausziehen kann. Das Dumme ist nur, dass der Öltopf nicht über den Bördelrand greift, sondern darunter liegt. Das abschleifen muss also sehr ordentlich geschehen, weil man die Kante nacher noch sehen kann. Hinterher könnte man das ganze mit Karosseriekleber wieder einkleben, damit es hinterher wieder dicht wird.

    Rausfallen kann das ganze ja nicht, weil der Öltopf dagegen gespannt wird.

    Hier habe ich mal eine Skizze gemacht:


    Ich hoffe das ist einigermaßen verständlich.


    Gruß Jens

  • Ich würde mit dem Schleifen auf der nicht sichtbaren Seite beginnen und nur ne Lücke schaffen


    Von da ausgehend dann versuchen den Rand wieder aufzubiegen.


    Oder nur den halben Umfang abnehmen, in der Hoffnung dass man das Unterteil weit genug verschoben bekommt.



    Schlimmstenfalls mal komplett aus der Reihe denken:


    Gibt es einen Spannring Verschluss passend im Durchmesser?


    Also das Patent wie bei manchen Farbeimern?



    Vielleicht hilfts bzw is nen Versuch wert...

  • Hallo,


    der originale Luftfilter hat einen mehrfach durchgerosteten Öltopf, der leider vom Ersatzfilter nicht passt und das Ansaugrohr ist aus mehreren kurzen Teilen zusammengesteckt was nicht besonders gut aussieht. Pluspunkte: Der hat den separaten Einsatz im Öltopf und das Gewebe sieht auch noch gut aus.


    Das teilweise aufschleifen ist eine gute Idee, das wäre einen Versuch wert, weiterschleifen kann man ja immer noch. Auch die Spannring-Methode hat was, mit den Dingern habe ich früher so manche Notreparatur im Getreidesilo gemacht. Mal sehen was es da für Maße gibt.


    Gruß Jens

  • Hallo zusammen,


    an den Luftfilter habe ich mich noch nicht herangewagt. Eigentlich wollte ich nur mal eben schnell die Trittbleche entrosten.

    Erstmal grob mit dem Hochdruckreiniger:


    Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass mal jemand oberhalb der Abdeckung für die Handbremse ein Stück herausgeschnitten hat. Das kann so nicht bleiben.


    Das eingesetzte Blechstück stammt aus dem ursprünglichen Trittblech ohne Hydraulik. Ich hatte zuerst überlegt zu versuchen das Rautenmuster passend zu bekommen, habe mich aber dann entschieden genau den fehlenden Abschnitt zu transplantieren.

    Von der Rückseite verschweißen:



    Ich hätte lieber noch mit mehr Strom geschweißt um einen tieferen Einbrand zu bekommen, aber dann hat es die Sicherungen rausgehauen. Irgendwas geht aber auch immer schief.


    Von der Vorderseite sieht es dann so aus:


    Und dann nach dem reinigen. Das Muster passt natürlich aus der Nähe nicht, aber die Naht ist ordentlich weit eingebrannt.


    Das gesamtbild siht schon ordentlich aus, das versetzte Muster fällt haum noch auf. Hinten die andere Seite.



    Da einige Rostnarben ziemlich tief sind, und der Lack ja bei der Nutzung doch recht schnell verschleißt habe ich hier mit Rost-Stopp grundiert. Es wird sich zeigen, ob der Decklack dann in einem Durchgang genügend deckt.



    Der Flicken fällt schon fast nicht mehr auf. Das waren jetzt wieder viele Bilder für einen kleinen Fortschritt, aber weiter bin ich einfach nicht gekommen.


    Gruß Jens

  • Hallo Jens,


    Bei den großen Modellbau-Modellen werden solche kleinen Eigenarten gerne mal mit Absicht eingebaut. Sie helfen im Zweifel dabei ein Modell eindeutig zu identifizieren.


    Im Bereich historischer Blecheisenbahnen kommen auch wieder Diskussionen auf, ob es denn nun nur die tip top erhaltenen Vitronenmodelle sein müssen/Können, oder auch bespielte Modelle mit kleinen Dellen, Lackabplatzern und Roststellen. Die bespielten Modelle haben defintiv ihren Zweck erfüllt und Zeugen von glücklichen Kindern.


    So oder so, solche kleinen Eigenarten machen jedes Modell individuell und für mich einen großen Reiz aus. Interessanter als 10 exakt identische Modelle nebeneinander in Hochglanz.


    Weiterhin viel Erfolg beim Endspurt. Bald sollte der Schlepper ja wieder zusammen sein.


    Grüße, Gerd

  • Hallo zusammen,


    nachdem einige andere Baustellen meine Zeit in Anspruch genommen haben geht es am Dieselross weiter.


    Damit man mal etwas mehr sieht ( und damit ich wieder etwas mehr Platz habe ^^ ) geht es mit dem ersten Kotflügel weiter.


    Sieht erstmal gar nicht so schlimm aus, aber damit der Rost gestoppt werden kann, müssen die Profile natürlich ab. Die gute Nachricht: Die erste Schraube ließ sich tatsächlich lösen. Die schlechte: der Rest nicht. Also mit der Flex auftrennen.

    Hier das Ergebnis:


    Im hinteren Bereich hat es mal Kaltverformungenmit Rissbildungen gegeben. Hier schon mal gerichtet, was bei der Blechstärke nur mit Wärme funktioniert hat.



    Die Risse habe ich mit Schutzgas geschweißt. Den Riss entlang der Punktschweißnaht zwischen Steh- und Deckblech habe ich von innen geschweißt, damit die Fuge erhalten bleibt.


    Das Bild nach dem verschleifen ist leider nichts geworden. den Restlack habe ich dann mit Flex und Reinigungsscheibe entfernt. An der Innenseite war auch eine Art Bitumen aufgetragen. Das scheint original zu sein, da das ganze unter einer Schicht Fendt-grün lag und sich auch unter den Streben aufgetragen war.


    Und gleich grundiert bevor es wieder rostet.


    An der Befestigung am Achstrichter (an der rechten Seite, die Ringschraube war nach hinten gerichtet) war noch eine Halterung angebracht, weiß jemand wozu die dient?



    Für Kleinteile habe ich mir dann noch eine kleine Sandstrahlkabine angeschafft, das Ergebnis ist natürlich wesentlich besster als beim Einsatz von Drahtbürsten, Schleifscheiben und Co. Grade bei so strukturierten Bauteilen kommt man in den letzten Winkel.




    schönen Sonntag noch,


    Gruß Jens

  • Moin Jens

    sauber wie immer… ja, das Blech ist brutal , wenn man , so wie ich, nur immer Kfz Bleche gewohnt war😂😂

    Zu deiner Frage-

    Dieser Halter sollte die Feder vom Mähwerksaufzug aufnehmen.

    Dann müsste das runde Teil Richtung vorne zeigen und das Gewinde nach hinten..

    Bei meinem F24 war das auch komisch. Der hat Hydraulik und trotzdem einen mechanischen Mähwerksaufzug…

    Schönen Sonntag noch!

    LG

    Thorsten

  • Hallo zusammen,


    an den letzten Wochenenden ist viel dazwischen gekommen, so dass es jetzt erst weiter geht. Die Verstärkungsprofile unter den Kotflügeln sind so lang, dass sie nicht in die kleine Strahlkabine passen. Da die aber grade auf der Innenseite tiefe Rostnarben hatten, habe ich hier mal eine chemische Entrostung ausprobiert. Es war noch Zitronensäurelösung von der Tankentrostung übrig, also habe ich versuchsweise ein Profil darin eingelegt:


    Ich denke das Ergebnis nach 3 Tagen kann sich sehen lassen. Das Metall ist metallisch blank! Also alle eingelegt und wieder einige Tage wirken lassen. Die Profile grundiert, innen lackiert und alles zusammengebaut.


    Und nach dem Decklack:



    Für den Schriftzug auf der Sitzschale habe ich eine Schablone geplottet:



    2 Schichten gelb:


    Hier das Ergebnis auf der wieder montierten Sitzschale . Es sieht allerdings aus wie ein Aufkleber, immerhin passt der Farbton dann 100% zu den Zierlinien die auch lackiert werden sollen.

    Die hintere Kante des Kotflügels sieht im Bild komisch aus, das täuscht aber.


    Schönen Sonntag noch:


    Gruß Jens

  • Hallo zusammen,


    der zweite Kotflügel ist auch wieder zusammen gebaut und lackiert.


    Dann ging es an der Handbremse weiter. Das Bremsband mit Zugstange hat ja komplett gefehlt, es war nur der Hebel da.

    Ersatz kommt vom Teilespender:


    Dabei stellte sich heraus dass es zwei unterschiedliche Versionen gibt:



    Das Zahnsegment ist deutlich größer (Das ursprünglich verbaute hatte ich schon lackiert), der Rest scheint aber gleich zu sein.


    Da der Hebel für das große Segment fast spielfrei auf den Lagerbolzen passt, wird der verwendet. Außerdem müsste die Raste ja etwas besser halten je größer der Arbeitsweg ist.


    Nun noch eine Frage zum Bremsband: gibt es den Belag irgendwo bereits fertig gebohrt, oder muss ich auf Meterware zurückgreifen? Ich habe zumindest im Netz nichts gefunden.


    Schönen Sonntag


    Jens