Farmer 309 - Kupplung evtl. fertig?

  • Hallo,


    mal wieder eine Frage an die Erfahrenen unter euch.

    Ich stelle mir gerade die Frage ob meine Fahrkupplung evtl. am Ende ist. Ich bin mir nicht sicher. Wie komme ich zu dem Verdacht?


    Letztens hab ich nach meiner Kühlerreparatur eine Probefahrt gemacht. Nach zwanzig Minuten fuhr ich im 40er Gang einen Berg hoch, es wurde immer steiler und für den Gang nicht mehr machbar. Aber anstatt das erwartungsgemäß die Drehzahl in den Keller geht und man runter schalten würde, blieb die Drehzahl fast konstant, die Geschwindigkeit ging nur in den Keller.

    Runtergeschaltet in den 30er Gang, Berg immer noch steil - dasselbe, erst so im 25 Gang gings wieder einigermaßen voran. :wacko::wacko::wacko:

    Das ist doch nicht normal oder?


    Was mir früher auch schon mal aufgefallen ist, ist das der Hebel der Kupplungswelle eher so auf auf sieben Uhr steht anstatt senkrecht, also der Kupplungszylinder eher eingefahren ist. Bin mir auch hier nicht sicher ob das die Normalstellung ist.


    Andererseits hab ich vor Wochen noch Holz vom Polter abgeschleppt. Ein Stamm hing fest und als ich losgefahren bin (wahrscheinlich so im 1. Hasegang) ging der Schlepper vorne hoch und hat das auch gehalten. Das spricht aber eher für die Kupplung nicht?


    Gibt es eine Prüfung nach der ich definitiv eine Aussage über den Kupplungszustand habe oder eine Art Verschleissanzeige?

    Weil die Kupplung mal nur so auf Verdacht wechseln möcht ich ja auch nicht...


    PS. Achso noch was, habe zuvor noch die Prüfung der Turbokupplung gemacht, also höchsten Gang (40km/h), Handbremse zu, kurzzeitig Vollgas, Drehzahl: 1100 Tendenz steigend. Allerdings habe ich auch festgestellt das meine Nenndrehzahl im Leerlauf nicht erreicht wird weil wahrscheinlich der Anschlag unterm Gaspedal falsch eingestellt ist. X/ D.h. möglicherweise ist die Festbremsdrehzahl noch höher...

    Aber wenn die Fahrkupplung im Eimer wäre ist die Prüfung der Turbokupplung auch nicht verlässlich....

  • Hallo,


    klingt ein wenig nach Fahrkupplung. Kann aber auch zu wenig Ök in der TK sein.

    Wenn der Schlepper keine Nenndrehzahl erreicht dann ist die Festbremsdrehzahl von 1100 oder mehr schon ein wenig hoch.


    Ein rutschende Fahrkupplung würde man eigentlich am Geruch derselben erkennen...außer die wäre Verölt.

    Ist gar nicht so einfach zu sagen was da jetzt nicht stimmt.


    Ich würde jetzt mal als erstes den Ölstand der TK prüfen und dann die Nenndrehzahl einstellen und dann nochmals die Festbremsdrehzahl prüfen.

    Sollte bei dem Test dann die Fahrkupplung rutschen sollte man das auch bei einer Verölten Kupplung am Geruch merken.


    Das der Schlepper im kleinen Gang vorne Hochgeht ist normal da im kleinen Gang nicht so viel Drehmoment über die Kupplungen geht...das Drehmoment wird umso größer je höher der Gang ist..


    Gruß Uli

  • Schon mal den Deckel aufgemacht? Rechts am Gehäuse ist ein Deckel durch den man die ZW-Kupplung tauschen kann, dadurch wird auch der Fettnippel am Ausrücklager erreicht und man kann mit Knick-Stiel-Augen einen Blick auf die Mitnehmerscheibe werfen (die wird natürlich von der Druckplatte verdeckt, aber man kann außen die Belagstärke sehen.) Außerdem sieht man ob alles voller Öl ist oder ob es trocken ist.


    Wie viele Stunden hat der?

  • Stunden kann ich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen. Denke so 10.000h.

    Muss aber schon sagen das der Schlepper im ganzen in einem sehr vernachlässigten Zustand war. Da würde mich nichts wundern...

    Deckel hatte ich mal geöffnet als ich die Zapfwellenkupplung gemacht habe, hab damals die Aufmerksamkeit aber nicht auf die Fahrkupplung gerichtet. Dreck war schon drin aber ob das jetzt völlig verölt war könnte ich nicht sagen.


    uli0601

    Ja, genau so hätte ich das auch mal vorgehabt.

    An der Nenndrehzahl fehlen ca. 200 Umdrehungen. Das heißt tatsächlich das 1100 Umdrehungen schon eher zu hoch sind.
    Das würde schon auf zu wenig Öl in der TK hindeuten. Was mich halt so gewundert hat ist dass bei der Prüfung die Drehzahl langsam ansteigt, das sollte so eigentlich nicht sein, sondern mehr oder weniger konstant bleiben. Das hat mich erst auf den Verdacht einer verschlissenen Fahrkupplung gebracht und natürlich das eigenartige Fahrverhalten an dem Berg.

    Ich weiß zwar nicht wie eine Fahrkupplung riecht oder riechen soll wenn sie rutscht aber es war tatsächlich ein Geruch da als ich den Berg hoch fuhr. Konnte das aber nicht einordnen. Dachte zunächst noch an etwas Öl oder Farbe die erstmals ein wenig Hitze bekommen hat.


    Ok, das mit dem kleinen Gang hätte ich auch so erklärt, du hast das jetzt bestätigt.


    Was mir noch eingefallen ist: Beim Betätigen der Kupplung hat man keinen deutlichen Druckpunkt. Ihr wisst sicher was ich meine. Man kann zwar ganz normal ein- und auskuppeln es kratzt auch nichts im Getriebe o.ö. aber es fühlt sich so bisschen an als würde man Stapler fahren. Irgendwo auf dem Weg zwischen Kupplungspedal durchgetreten und losgelassen ist halt eingekuppelt.

  • Also vorweg, ich bin noch nicht dazu gekommen die Nenndrehzahl und die Ölfüllung der TK zu prüfen.


    Aber zu deiner Frage Peter: Nein, überhaupt nicht. Die Kupplung ist kein bisschen schwergängig. Im Gegenteil, mir geht es fast etwas zu leicht. Es ist halt kein so'n absolut deutlicher Druckpunkt zu spüren. Kann vielleicht sein das ich mich da etwas zu sehr an den Farmer 102 halte, beim dem ist das so, joa wie beim Auto halt.

    Der 309 hat ja aber die hydraulisch angesteuerte Kupplung mit Geber-/Nehmerzylinder. Vielleicht "verwässert" das auch etwas das Gefühl für den Druckpunkt. :?:?(:?: Keine Ahnung.


    Das Entlüften des Nehmerzylinders das ich vor einigen Monaten gemacht habe hat auch gut funktioniert.

    Wenn man mit dem Hammerstiel die Kolbenstange des Nehmerzylinders eindrückt kommt sie von selbst wieder raus. Wenn die Kupplungswelle schwergängig wäre würde das wahrscheinlich schon nicht gehen.


    Markus.

  • Hi Markus,

    N Kumpel hatte ähnliche Symptome am 305.

    Wir hatte auch erst gedacht dass die Kupplung ziemlich durch ist weil sie sehr kurz und ruppig griff.

    Entlüften brachte nix.

    Dann haben wir Nehmer- und Geberzylinder gewechselt und siehe da- Kupplung wie neu.

    Im alten Nehmerzylinder war Dreck ohne Ende und er war wohl innerlich undicht.

    Vlcht solltest du das erst versuchen, ist net ganz so teuer und aufwändig wie Kupplung wechseln

    Grüsse Armin

  • Naja wie ich oben schon beschrieben habe ist das Gefühl eher sehr weich anstatt ruppig.


    Der Nehmerzylinder wurde von mir neu abgedichtet, beim Geberzylinder gabs so keine Beanstandung. Der erforderliche Ausrückweg von 8,5-9,5 (bin jetzt beim Wert nicht ganz sicher, aber gem. WHB) wird erreicht. Von daher eigentlich erstmal gut.


    Mich störte, wie gesagt, immer auch das die Stellung des vom Nehmerzylinder betätigten Hebels so auf ca. 7Uhr (Ausgangslage) steht anstatt wie im WHB abgebildet auf 6Uhr und dann bei Betätigung auf ca. 5Uhr (bei Betrachtung der Seitenansicht)


    ?(

  • So sieht das bei meinen beiden 308ern aus.

    Ok. Eigentlich sieht das bei mir ähnlich aus. Steht in Ausgangslage auch nicht ganz senkrecht, sonder eher etwas nach links. Danke für das Bild zum Abgleichen.



    Aber nach einem Ölwechsel der Turbokupplung, fährt er sich völlig anders, spürbar mehr Leistung.

    Ok, macht Hoffnung. Hoffe das ich nächste Woche mal dazu komme mir die TK vorzunehmen. Dann sind wir schlauer. Bin gespannt.

  • So, Neuigkeiten zum Thema:

    Bin heute nochmal gefahren und habe vorher das Gasgestänge so eingestellt, dass die Nenndrehzahl erreicht wird (2350 U/min). Eigentlich dreht er sogar bis 2450 U/min. Dann ist aber schluß. Ist aber nach meinen Unterlagen auch das Limit bei diesem Motortyp (TD226.4.2)


    Also Test mit der Festbremsdrehzahl viel quasi desaströs aus: Zeigt glatt 1700U/min an im 40km/h-Gang.

    Viel zu hoch - Limit von 1200U/min um 500U/min überschritten.

    Jetzt muss erstmal so wie so ein Ölwechsel her und dabei wird die richtige Ölmenge aufgefüllt.

    Frage mich nur wo das Öl hin. Hoffe er hat es über die Jahre einfach nur rausgeschwitzt. Aber unten an dem Blech hing schon mal auch ein schwarzer Tropfen Öl. X(

    Kleine Hoffnung ist dass nur der Dichtring von der Verschlussschraube nicht mehr dichtet. Ansonsten gibts ne große Reparatur und ich muss doch eher als gedacht meine Schleppertrennvorrichtung bauen.


    Gruß

    Markus.

  • Moin

    Einfach mal Öl ablassen, Menge messen die drinne war mit dem was die Soll Menge sein soll und schon weiß man was Sache ist..... Wenn die Menge stimmte, kann man, wechseln und probieren,ob es dann besser wird oder tatsächlich die Kupplung auf ist.

    Viele Grüsse aus fast Ostfriesland! Heiko & Sascha
    Es geht nichts über einen 12er GT!!!!!!!!!!!
    Doch, ein 12er GT als `Lenkhilfe` am F12HL!!!!!!!:thumbsup::thumbsup:

    Oder man nimmt gleich den Großen ;):thumbsup:

  • Turbokupplung ist normalerweise dicht und verliert nix

    Ja, normalerweise. Da sind aber auch Dichtelemente drin die undicht werden könnten.


    Bin aber heute nochmal gefahren, der Effekt war auch wieder da. In den großen Gängen ( 25+30+40 ) hat er bis ca. 1200U/min alles normal aber wenn ich dann Gas geben den Berg rauf (nur Schlepper, ohne Anbaugeräte oder Anhänger) dann geht die Drehzahl oben raus ohne Geschwindigkeitszunahme.


    Also Schlepper ca. 15min locker warm gefahren, dann nach Hause und das Öl aus der Turbokupplung abgelassen. Ergebnis: vorbildliche 5,8 Liter - stimmte also ganz genau. Bei einer Sichtprüfung vorher war auch die Ablassschraube trocken, auch die ganze Turbokupplung war trocken, trotzdem war unten am dem Verschlussblech ein Tropfen Öl gehangen. Herkunft unbekannt.


    Zwei Dinge sind aber trotzdem merkwürdig:

    1. Ja, das Öl war gut handwarm, es kam mir aber trotzdem verhältnismäßig dünnflüssig vor. Von der Farbe

    her noch einigermaßen hell aber ein sehr komischer Geruch. Ist schwer zu beschreiben, irgendwie ranzig,

    abgekocht

    2. Unter der Verschlussschraube war ein Kupferring, der außerdem nicht ganz die richtigen Maße hatte.

    Was mich zu der Schlussfolgerung bringt das da doch mal jemand an der Ölfüllung rum gemacht hat und

    nicht mehr den richtigen Dichtring zur Hand hatte, nämlich ein Alu-Dichtring 14x22mm.


    Man muss dazu sagen das der Schlepper eine richtige Wartungsleiche war und der Vorbesitzer vermutlich nicht gerade der hellste in Sachen Technik.

    Möglicherweise hat er ein falsches Öl benutzt welches zu dünn ist. Das würde für mich ebenfalls den Leistungsverlust erklären oder was meint ihr?


    Auf jeden Fall kommt da frisches Öl rein. Vorgeschrieben ist ein HD-SAE10.

    Wir haben mittlerweile nur noch das Agrifarm STOU MC Pro SAE 10W-40 welches sogar die API GL-5 erfüllt, sodass es in jedem Bereich, auch den Achsantrieben eingesetzt werden kann. Das wird mal reinkommen und dann bin ich mal gespannt....


    PS: Ein Blick in den Lukendeckel auf die Druckplatte ergab erstmal keine Beanstandung - alles trocken und beweglich.

    Wo du die Kupplung getestet hast hat es da dann gestunken nach Kupplungsbelag/Bremsbelag?

    Da war ein Geruch ja aber ob das jetzt nach Kupplungsbelag gestunken hat kann ich nicht richtig zuordnen, nach den jetzigen Erkenntnissen könnte es auch heißes Öl gewesen sein. :/:/:/

  • Hallo Markus


    Von dem symptom her bin ich fast Sicher das deine Kupplung schleift. Da die Turbokupplung ja bei höherer Drehzahl immer mehr Kaftschlüssigkeit entwickelt. Und dann fängt deine Kupplung irgendwann zu rutschen an wenn die Kraft zu groß wird. Dadurch entsteht Hitze und es fängt an zu stinken wie wenn am Auto mit angezogener Handbremse gefahren ist!



    MfG


    Und frohe Pfingsten