Mechanische Hubwerksverriegelung

  • Ich hab einen Fendt Farmer 103S Turbomatik FW138 Bj. 1974


    Folgendes Problem: Wenn ich in meiner Heckmulde viel Last habe, dann fängt die Hydraulikpumpe total das pfeifen an. Zuerst dachte ich, ich kann dann einfach die Senkdrossel zumachen und den Druck wegnehmen, aber die Heckhydraulik senkt sich trotzdem ganz langsam. Schließt die Senkdrossel überhaupt zu 100%?


    Ich hab jetzt auch mal ein bisschen quergesucht. Dabei habe ich auch mal eine Sprengzeichnung angeschaut und bin auf folgenden Thread hier gestoßen: Farmer 102S Kipperanschluss


    Da ist ein Hebel 156, Stange 155, Kugelbolzen 152, Stange 78. Geht das auf den Riegel 62? Ist das eine mechanische Verriegelung?


    Bei mir am Traktor ist der Hebel 156 abgebrochen und der Kugelbolzen 152 ausgehängt. Ich kann leider nicht probieren was da passiert.

  • Also ich hab heut mal folgendes überprüft:


    - Ölstand vom Hydrauliköl: im kalten Zustand im unteren Viertel vom Schauglas. Laut Bedienungsanleitung muss da bis zur Einfüllschraube voll sein, da der Schlepper den hydraulischen Mähbalken hat. Also fehlen da schon mal gute 6,5 Liter.


    - Öldruck überprüft: Manometer an den Kipperanschluss: 180 bar. Das müsste soweit passen. Habs ein paar mal wiederholt um eine Streuung festzustellen. Der Druck fällt innerhalb einer Minute 5bar ab. Aber das Steuergerät ist ja noch das erste seit jeher. Im Schauglas war dann fast nurnoch schaumiges Öl zu sehen (Luft angesaugt weil der Ölstand zu gering ist?)


    - Ölstand im Getriebe: überprüft laut Bedienungsanleitung. Füllstand ist kurz vor Max. Es riecht meiner Meinung nach aber komisch.


    - Sichtprüfung: mit Holz beladene Mulde komplett angehoben, Senkdrossel soweit zugemacht wies ging und dann den Schlepper ausgemacht. Langsam ist die Mulde wieder runter. Untern Sitz vorne hab ich dann einen einen immer größer werdenen Ölfilm am Deckel von Hubwerkszylinder gesehen.



    Was ich jetzt tun werde:

    1. Bei der BayWa die Ersatzteile zum abdichten holen

    2. Hubwerkszylinder neu abdichten

    3. Hydrauliköl bis zur Einfüllschraube auffüllen

    4. Getriebeöl wechseln


    In meiner Bedienungsanleitung von damals stehen fürs Schalt/Ausgleichsgetriebe 24l SAE80 nach MIL-L-2105(A). Verwendet das man in der heutigen Zeit noch oder gibts inzwischen was wo besser wäre?


    Selbe Frage fürs Öl vom Kraftheber. 13,5l SAE20. Ein Arbeitskollege hat mir da heute 20W20 empfohlen. Was sagt eure Erfahrung?

  • Hallo,


    das SAE 20W20 ist zu dick! Das kommt bei den alten Dieselrössern rein oder bei Tropeneinsatz! Das schaumige Öl kommt daher, weil er in der Saugleitung zur Pumpe oder auch über den Wellendichtring in der Pumpe Luft saugt. Die Ventile kannst Du so lassen, wie sie sind, Der Hubwerkskolben wird abgedichtet und das Getriebe- und Hydrauliköl gewechselt. Diese Massnahmen sind erforderlich, um die bereits vorhandenen "Schäden" zu beseitigen. Wenn Du die Hydraulik so dermassen belastest, wie beschrieben, dann solltest Du dringend über eine Nachrüstung von Zusatzhubzylindern nachdenken. Die gab es orginal mit Konsolen und Anschweisspfannen und entlasten dann das Hubwerk erheblich und führt dann insgesamt zu einer deutlich längeren Lebensdauer aller Komponenten der Hydraulikanlage. Musst mal bei den Schlachtern nachfragen, da liegt bestimmt was rum.


    Gruß f18h-doc

  • Also die Dichtungen hab ich getauscht. Das Hubwerk bleibt wieder bei Last oben und sinkt nicht mehr ab. Den Hydraulikfilter hab ich ausgewaschen und innen alles pickobello saubergemacht. Die Pumpe pfeift auch nicht mehr, da hat anscheinend nur Öl gefehlt. Hubwerkschmierung wurde auch wieder gefüllt. Getriebeöl wird diese Woche noch gewechselt.


    Folgende aktuelle Teilenummern hatte ich bei der Baywa:


    X548833602000\O-Ring 12,3x2,4-FPM 70(10)

    X548958479000\O-Ring 74,2x5,7-AU 90 FWN5

    X548977501000\O-Ring 93x4-NBR 90 FWN(10)

    Hat 40,24€ gekostet und alles war auf Lager da! Um den O-Ring 74,2x5,7 auf den Zylinder zu bekommen, hab ich mir einen Kegel aus Holz gedreht und den dann zu zweit draufgezogen.


    Was der abgebrochene Hebel bedeutet hab ich inzwischen auch rausgefunden. Damit regelt sich das Hubwerk beim ackern selbst ein. Für mein Holz heimfahren somit nicht nötig, dass es repariert werden muss.

  • Bundesregierung wurde auch wieder gefüllt.


    ....

    Hat 40,24€ gekostet und alles war auf Lager da!

    soso. Bundesregierung. Aha.


    Biste günstiger weggekommen als bei Bracht - der nimmt 44€, davon 35 für's Material und den Rest Verpackung und Versand.


    Wie hast Du den Kolben herausbekommen, bzw. ging der gut raus? Ich habe nämlich schlussendlich nur den vorderen Buchsenring gewechselt, da der blöde Kolben nicht heraus wollte - hätte sonst die ganze Buchse herausgezogen, und das wollte ich nicht da ich den hinteren O-Ring nicht da hatte. Und auch zu zweit war nichts zu machen, und wir haben eigentlich alles versucht - außer Buchse ziehen und rausdrücken. Ist trotzdem dicht geworden, war nur der vordere Buchsenring undicht :)

    Beste Grüße
    --------------------------------------------
    Fehlt dem Auspuff seine Klappe,
    war der Ast wohl nicht von Pappe!

  • Sollte Hubwerkschmierung heißen... Immer diese Autokorrektur...


    Ich habe nach dieser Anleitung gearbeitet: Hydrauliköl im Getriebe


    Nachdem der Deckel offen war, hat mein Kollege dann die Unterlenker hochgehoben und langsam wieder abgelassen. Da geht dann die Kugel aus der Pfanne im Kolben raus und drückt dann ein Stück weiter hinten an einen Absatz im Kolben. Hier sollte man aber schon gefühlvoll arbeiten, es soll ja nirgends eine Macke rein. Ich hab dann von vorne den Kolben gepackt und dann gezogen soweit wie es geht. Danach wieder Unterlenker ein bisschen über die ganz untere Position anheben und unterbauen, sonst stehen die Stange wo in den Kolben geht in der Buchse an.


    Bei mir ist der hintere O-Ring von der Buchse noch drin. Ich hab nur den großen am Kolben gewechselt, sowie die 2 vorne am Deckel. Meine Leckage kam vermutlich von den 2 am Deckel weil die waren total eckig. Seitdem hält die Hydraulik auch ausgeschaltet im beladenen Zustand wieder bombenfest oben.


    Zur Montage waren wir auch wieder zu zweit. Einer hat den Kolben eingefädelt und der andere war hinten an den Unterlenkern und hat nach Anweisung angehoben oder abgelassen. Vorher alles wieder schön mit Öl benetzen! Der Arm passt da schön tief rein. Quasi wie der Doktor bei der Kuh :P Der Kolben hatte ein paar ganz leichte Grate und Einlaufspuren, die hab ich vorher noch mit einer Keramikfaserfeile gefühlvoll wegpoliert.


    Ergo: Alleine wirste dich beim Ein und Ausbau nur unnötig ärgern. Hol dir jemand dazu wo über die Unterlenker assistiert!

  • Moin...

    Das mit den Unterlenkern anheben haben wir auch versucht...keine Chance, da hat sich das Pleuel leider nicht an den gewünschten Absatz bewegt...

    Nun war dem vorderen Buchsenring der Verschleiß eben auch anzusehen, also gewechselt, hält nun vorerst wieder dicht, das reicht. Wird nochmal eine neue Abdichtung fällig, kann man da immernoch rumexperimentieren.

    Beste Grüße
    --------------------------------------------
    Fehlt dem Auspuff seine Klappe,
    war der Ast wohl nicht von Pappe!

  • Klasse! Endlich mal jemand der was zum Material schreibt!
    Die "X"-Nummern sind ja laut WBH alles Normteile, leider stehen die "Feinheiten" nicht dabei...
    Danke!


    Robert

  • Bin aktuell auch an der Überholung des Hubwerks am GTA 380. Deckel und Kolben gingen leicht zu demontieren, da von den Dichtringen nicht viel über war.

    Die Buchse hat sich aber nicht so einfach wie im Handbuch beschrieben mit einem verkannteten Holz ausschieben lassen. Hab es nach langem Versuchen dann mit einem eingeschraubten Hartholz mit Gummiunterlage geschafft. Buchse muss aber ölfrei dazu sein. Hier die Bilder dazu: