Bremstrommel ausbauen und Bremsen überholen beim 612LS

  • Moin,


    ich habe ein eventuell großes Problem. Ich bin (seit längerem) dabei, die Bremsen an der Hinterachse vom 612LS zu überholen.


    Ich bekomme die Bremstrommel aber nicht abgezogen. Ich habe (entsprechend des WHB) die Bremsbacken durch die Bohrungen nach innen (also Richtung Trommelmitte) gedrückt, um zu verhindern, dass die Beläge sich hinter der eingelaufenen Bremstrommel verhaken. Dabei konnte ich aber keine Bewegung feststellen. Die Trommel selbst ist lose auf der Verzahnung und lässt sich etwa 1mm axial bewegen. Die davorsitzende Buchse und der Sicherungsring sind demontiert.


    Ich vermute (/befürchte), dass der Bremszylinder fest ist und ich daher die Backen nicht bewegen kann. Ich habe mit etwa 50cm Hebel aus Baustahl, am Ende ein Stück abgedreht, und einem 1Kg-Hammer, alles versucht. Auch mit einem modifizieren Abzieher in den Bohrungen der Trommel gibt kein Bauteil nach (außer des Abziehers). Die Bohrungen haben (bis jetzt) kein Gewinde.


    Hat jemand so etwas schon erlebt und / oder kann weiterhelfen? Bin mittlerweile ziemlich verzweifelt... Hab schon überlegt, ein Loch in die Trommel zu brennen, wäre aber allerletzte Möglichkeit.


    Der Trecker hat nur noch einseitig gebremst, ich weiß leider nicht mehr auf welcher Seite. Handbremsbeläge sind beidseitig sowieso runter, deswegen hab wollte ich gleich alles erneuern.



    Liebe Grüße, Morris

  • Moin,


    hab heute die Bremstrommel ausbauen können, indem ich den Sicherungsring am Lager gelöst und die Welle mit dem Abzieher in der Bremstrommel ca 6cm nach innen gedrückt habe. Dann konnte ich die Trommel etwas bewegen und raushebeln.


    Die Beläge sehen sind gebrochen, kleben aber noch auf den Backen. Die Trommel ist ca 2-3 mm gleichmäßig eingelaufen, ich werde das nochmal prüfen und wahrscheinlich nur die Kante mit dem Gradschleifer entfernen.


    LG Morris

  • Moin,


    nochmals ein Update dazu:

    Erste Seite ist überholt und wieder eingebaut, den Bremszylinder wollte ich eigentlich prophylaktisch neu abdichten, ich hatte aber keine Chance mehr den Kolben auszubauen. Ließ sich ganz schwer drehen und überhaupt nicht ziehen (ausdrücken mit Druckluft auch nicht, mit Bremsflüssigkeit ausdrücken hab ich nicht versucht) , anscheinend ziemlich verrostet. Daher gingen die Backen wohl auch nicht mehr auf beim Ausbau.


    Hab jetzt alles neu genommen (Bremszylinder, Bremsbacken als Nachbau), alle Wedi's und O-Ringe getauscht (Original Fendt) und alle Dichtflächen in der Drehbank poliert.


    Beim Ausbau hab ich den Achstrichter mit einem Gurt gehoben, das gefiel mir überhaupt nicht. Beim Einbau hab ich mir ein paar mehr Gedanken gemacht, so wie auf dem Foto ging das optimal.


    Läuft also:thumbup:


    LG Morris

  • Moin!


    Soweit ist alles wieder zusammengebaut (bis auf Zusatz-Hubzylinder und Unterlenker, da muss ich noch einiges aufarbeiten).


    Jetzt zeigen sich beim Entlüften der Bremsanlage aber einige Probleme. Ich habe mit Überdruck (gut 2 Bar) am Vorratsbehälter entlüftet. Begonnen habe ich gemäß WHB am Zuschaltventil der Allradbremse (das Ding unterm Fahrersitz).


    Am (in Fahrtrichtung) linken Entlüftungsanschluss kam relativ ordentlich Flüssigkeit an. Am rechten Anschluss kam kein einiger Tropfen, auch nicht bei gleichzeitigem Pumpen am Bremspedal bis zur Hälfte des Pedalweges.


    Am rechten Radbremszylinder kam bei gleichzeitigem Pumpen (natürlich auch nur bis zur Hälfte) eine minimale Menge Luft an, jedoch auch nach etwa 30 Minuten noch keine Flüssigkeit.

    Am linken Radbremszylinder kam überhaupt nichts an.


    An der Kardanbremse kam bei gleichzeitigem Pumpen zunächst etwas an, dann aber nicht mehr.


    Auch am Anhängerbremsventil (Druckluftanlage) kam nichts.



    Ich bin ein bisschen überfragt, wie ich mit der Fehlersuche beginnen soll. Alle Diagnoseversuche im WHB setzen eine gefüllte Bremsanlage voraus.

    Bisher hab ich immer erfolgreich so entlüftet, allerdings noch nie einen Schlepper.


    Ich habe ja irgendwie das Ventil für die Allradbremse im Verdacht, ich weiß aber nicht wie ich das bestätigen kann.


    Vielleicht hat jemand das ja schon hinter sich und hatte mehr Erfolg als ich oder sogar das gleiche Fehlerbild.


    Mit leicht verzweifelten Grüßen, Morris

  • Nen leider nicht, hat keinen Bremskraftverstärker oder ähnliches.

    Ich hab das Zuschaltventil der Kardanbremse ausgebaut und zerlegt, dabei habe ich viel Schmutz innen gefunden. Sah ein bisschen aus wie Flüssigdichtung. Einer der Entlüfter war damit von innen verstopft, eventuell war das schon das Problem.


    Das Ventil hab ich mal in Ultraschall gereinigt, eigentlich sah alles ganz in Ordnung aus, bis auf die Bohrung, in der beide Kolben laufen. Ich vermute, dass hier irgendwann mal viel Wasser in der Bremsflüssigkeit war und es bei längerem Stillstand etwas gerostet hat (auf dem Foto bereits mit Polierwolle ausgeschliffen).


    Ich hab im Internet ein Ventil für verhältnismäßig schmales Geld gefunden, wenn das da ist probiere ich weiter. Viel kann es ja nicht mehr sein.