Zf A15 Getriebe Tellerrad abziehen und Scnellgang einbauen (F28)

  • Hallo Gemeinde,

    Ich bräuchte mal eure Hilfe.

    Bin dabei die Zwischenwelle auszubauen. Laut Ba soll man das Tellerrad mit Holz abstützen und dann mit Holz- oder Bleidorn die Welle heraustreiben. Darüber lacht die aber herzhaft. Auch Erwärmen des Tellerrades hat nichts gebracht.

    Hat da jemand Erfahrung oder eine gute Idee?

    Oder weiss jemand ob die Welle komplett herausgeht wenn die Lager ab sind?

    Evt erst mal Achstrichter ab?

    Lg

    uli

    Grüße aus dem schönsten Bundesland der Welt 8)


    Nun denn, die Hand ans Werk,

    die Herzen himmelan,

    denn im Zaudern liegt die Gefahr.

  • Hallo Uli,


    das ist leider nicht so schön, wie bei den Getrieben von unserer Hausmarke. Ich musste das noch jedesmal auf der Presse demontieren und wieder montieren. Auch wenn die Lager draussen sind, ist die Welle zu lang.


    Gruß f18h-doc

  • Hallo,


    ja das ist ein echtes Problem, ich habs auch nur mit viel Wärme und Kälte und roher Gewalt geschaft.

    Hab mit einem hydr. Wagenheber als Druckmittelgearbeitet. Vor dem späteren Zusammenbau hab ich mir die Welle ein wenig "schleifen, abdrehen" lassen.


    Gruß und viel Erfolg

    Otmar

  • Das hab ich so befürchtet. Es war der Wunsch/Hoffnung Vater des Gedanken.

    Hab´s bis jetzt noch nicht allzu warm gemacht um mir nicht die Härtung anzulassen.

    Und um nen Gegenhalt für die hydraulische Presse zu bauen sehe ich nur die vier kleinen 8er Gewinde vom Deckel.

    Da werd ich wohl was bauen müssen.

    Trotzdem Danke für die Antworten

    LG

    uli

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    die Herzen himmelan,

    denn im Zaudern liegt die Gefahr.

  • Hallo,

    falls das hier nicht her passt, bitte einfach ignorieren. Ich kenne das ZF Getriebe nur von Bildern und kann da eigentlich nichts dazu sagen. Übertragen auf mein Ersatzgetriebe vom F24 habe ich aber mit der Passung am Tellerrad schon Bekanntschaft gemacht. Ich dachte beim Zerlegen, daß man die Welle durch das Tellerrad treiben muß bzw halt das Tellerrad runter um die Welle rauszukriegen. Kupferdorn, Feuer (so reichlich 100°C) und das Ergebnis war, daß das Rad paar wenige Zehntel gekommen ist. Nachdem ich begriffen hab, wie die Welle rausgeht, hab ich mit der Spindelpresse vom Kollege die Welle wieder das Stück ins Rad gedrückt. Ich denke irgendwas zwischen 5-10t plus 100°C am Tellerrad waren notwendig.

    Ich hätte wirklich Bauchschmerzen, soviel Last auf paar M8 in Guß zu geben. Das Getriebe soll ja bestimmt eingebaut bleiben, vielleicht kann man ringsrum einen schweren Stahlrahmen aus U oder sowas bauen, als Pressengestell. Und dann das Tellerrad gegen den Rahmen abstützen.

    Grüße René

  • Ha!!!!!

    So wird's gemacht.

    Ich bin der Bezwinger von Eisen und Feuer. :thumbsup:

    Das da kam bei den Überlegungen heraus.


    Eine dicke Eisenplatte und ein 2 t Wagenheber.


    Das Getriebegehäuse hat mir bissl Sorgen gemacht, weil ich ja gegen die Wand abgestützt hab.

    Erstmal hat der arme kleine Wagenheber am Überdruck abgespritzt.

    Also auf Druck und Hitze dazu. Nochmal nachgepumpt und mit dem Bello draufgehauen.

    Und ..... gewonnen!


    Grüße aus dem schönsten Bundesland der Welt 8)


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  • So, nun aber zum Anfang:

    Es soll ein Schnellgang von Phillip Richter (Traktorschnellgang.de) eingebaut werden. Übrigens ein sehr netter und hilfsbereiter Kontakt.

    Der besteht aus einer neuen Zwischenwelle, Wellenritzel, Distanzscheibe und Ritzelrad für´s Differential.

    Im Klartext muß so ziemlich das ganze hintere Getriebe demontiert werden.

    Also erst mal runter mit dem ganzen Krempel.



    Anhängeschienen und Trittbleche weg.


    Überrollbügel, Kotflügel und Hydraulik runter


    Was sich gut trifft da ich später noch den V-Ring wechseln muß, da meine Ackerschiene zwar langsam aber sicher absinkt.


    Bis hierher war ja alles noch ganz einfach. Nun kam der Deckel mit der Handbremse.



    Achtung, Achtung, Achtung!

    In der großen BA und ETL zum ZF A15 Getriebe (original) steht man solle die Schrauben vom Deckel lösen und den dann samt Handbremse abziehen.

    Das ist tötlich!!!!

    Der gelbe Pfeil zeigt auf einen Passstift und dort wo der rote hinzeigt, unter der Achse des Handbremshebels, befindet sich noch eine Senkkopfschraube.

    Hat man nun alle (vermuteten) Schrauben gelöst und hebelt etwas um den Deckel abzuziehen, sieht das dann so aus:

    Zum Glück hab ich aber das Bruchstück gefundenX(

    Also, die Bremse muß ab um die Schraube herauszudrehen!


    Was mich dann zur nächsten Frage bringt:

    Hat noch jemand einen intakten Deckel rumliegen den er veräußern möchte?

    Ich wäre ein dankbarer Abnehmer.


    Soweit mal für heute. Demnächst kommen noch weitere Bilder und die Fortsetzung.


    LG

    uli

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  • So, irgendwann muß ich mich ja mal dransetzen und den Bericht weiterführen.

    Die Welle ist also draußen, aber hier noch die Details:


    Der Deckel mit der Differentialsperre wurde entfernt und gibt nun den Blick auf das Lager der Zwischenwelle frei. Hier wird später auch das Spiel eingestellt. Das geschieht mit Distanzringen die auf dem äußeren Lagerkranz aufliegen.

    Hier ist das Sicherungsblech und die Mutter gelöst.

    Viele Fotos um später genau zu sehen wierum alles zusammen war.




    Erster Akt geschafft; Zwischenwelle raus


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    denn im Zaudern liegt die Gefahr.

  • Als nächstes kommt die Zapfwelle raus. Das geht recht einfach. Schrauben am Heck lösen und mit dem dicken Gummihammer von innen den Deckel austreiben. Sobald der aus der Passung ist kann man die Welle mit Deckel herausnehmen.


    Hier noch ein Hinweis zur Schaltmuffe: Das schräge Ende zeigt nach hinten.



    Dann den rechten Achstrichter ab. Achtung, das Ding ist schwer.


    Und nun beginnt das Tetrisspiel mit einem 40 Kiloklotz. Da ich nur einen Achstrichter ab hatte ging´s im Getriebe eng zu um da Differential herauszuheben.


    Da bleibt sehr wenig Spielraum. Um an der verbliebenen Antriebswelle vorbei zu kommen, hab ich im Getriebe die Schrauben des Zahnkranzes entfernt.


    Am Ende meiner Kräfte war das Teil dann raus

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  • Und sobald die Kiste leer ist,


    beginnt auch schon die Putzarbeit

    Das geht ganz gut mit einem langen Pinsel und einer Dieselspritze


    Gute Gelegenheit auch überall die Gewinde nachzuschneiden

    Erleichtert später den Zusammenbau


    Ganz nebenbei hab ich im Getriebe auch noch einen Kriechgang gefunden.

    Der versierte Beobachter bemerkt sofort die vierte Schaltgabel auf der linken Seite. Heißt; der Kriechgang liegt neben dem 4. Gang. Der Schalthebel muß aber wie für den Rückwärtsgang angehoben werden. Probierts mal aus. Vielleicht findet ihr ja auch einen.:huh::)


    Jetzt nur noch das


    dashier


    und das da einbauen, und schon ist der Schnellgang drin. :-)

    Das ist übrigens der Lieferumfang von Traktorschnellgang.de

    Eine neue Zwischenwelle, ein Ritzel, eine Distanzscheibe und ein Ritzelrad für`s Differential.

    Hier zum Vergleich mal noch die alte Welle.

    Das neue Ritzel ist so groß, das es nicht durch das Loch im Getriebe passt. Deshalb wird es wie das Tellerrad im Getriebe auf die Welle gezogen.


    Noch schnell das neue Ritzelrad montiert und Feierabend für heute.


    LG

    uli

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  • So, wie versprochen geht´s hier auch noch mal ein Stück weiter.


    Nachdem das Differential nun ausgebaut da liegt, kann man´s zum Reinigen und Nachsehen auch mal öffnen. Ich kann´s nicht fassen, aber hab vergessen Bilder vom Inneren zu machen. Deshalb nur die Beschreibung.

    Außen sitzen drei Passstifte die man austreiben muß und kann dann die zwei Hälften auseinander heben. Vorsichtig, damit keine Teile runterfallen. In den Hälften gibt es zwei Lagerbuchsen mit Ölkanälen. Die kann man reinigen und nachsehen ob noch alle Zähne da sind. Das war´s dann auch schon.




    Hier mal nochmal der Vergleich der Zahnkränze.


    Hier noch mal ein Blick in das leere (fast leere) Gehäuse.

    Wenn nun einmal alles so freiliegt, hab ich natürlich auch alle erreichbaren Lager getauscht.

    Die Lager sind alle noch zu bekommen, nur das linke der Zwischenwelle ist ein Pendelrollenlager und im Vergleich zu den anderen schweineteuer.(ca 180,- die anderen zw. 30 und 40 Eur) Aber hilft ja nicht, was mut dat mut.


    Auf dem Kegelrad finden sich zwei Zahlen. Zum einen die Seriennummer des Satzes, findet sich auch auf dem Tellerrad wieder, und zum anderen das Maß vom Boden des Kegelrades (Lagerseite) bis Mitte Zwischenwelle. Das kann man mit einem großen Tiefenmaß messen, wenn man den halben Wellendurchmesser dazu addiert und das Tiefenmaß dann von hinten an die Zwischenwelle anlegt.

    War hier aber nicht nötig, da die Zwischenwelle ja zentriert bleibt, also der Abstand sich nicht ändert. Braucht man aber falls die Hauptwelle vom Schaltgetriebe ausgebaut wird.


    Auf dem Tellerrad steht auch wieder die Seriennummer, die der auf dem Kegelrad entsprechen muß. Die zweite Zahl gibt das Flankenspiel an, in diesem Fall 2,4 Zehntel oder 24 Hundertstel.


    Fortsetzung folgt..….

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  • Hier ist der Zahnkranz aufgesetzt. Die Schrauben und Sicherungen fehlen noch.



    Mit dem kleineren Kranz ist das Differential deutlich handlicher und lässt sich in einem Stück in den Linken Achstrichter einsetzen.


    Übrigens finden sich die gleichen Angaben wie oben auch auf dem Kegelrad des Antriebes für die Riemenscheibe wieder. Seriennummer und Abstand Mitte Zapfwelle.


    Der ging´s dann als nächstes an den Kragen. Hier sollte das Lager und der Simmerring erneuert werden.

    Dazu Sicherung öffnen und Tellerrad abziehen. Geht ganz gut mit Wärme, Montiereisen und sanfter Gewalt. Achtung: nur Tellerrad abziehen, nicht die Welle aus dem Deckel schlagen. Unter dem Tellerrad ist noch ein Segerring der das Lager im Deckel hält. Bruchgefahr.

    Danach liegt aber alles frei und man kann Lager und Simmerring tauschen.


    Im Deckel gibt es auch wieder Distanz-, oder Stützringe mit denen das Flankenspiel Zapfwelle - Riemenscheibe eingestellt wird.


    Die Ringe hab ich einfach nur schön sauber gemacht mit der Stahlbürste. Achtung, die sind teilweise sehr dünn; nicht knicken bei der Aktion.


    Dichtfläche noch reinigen …..



    ….. alles wieder zusammenbauen und die Zapfwelle ist einsatzbereit.


    Fortsetzung folgt demnächst ….


    LG

    uli
































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  • Hallo Wolfgang,

    Heidweiler ist schon sicher. Der Umbau ist schon über die Bühne, morgen mittag kommt der TÜV vorbei zur Abnahme.

    Nur musste ich mal die Zeit finden die Fotos aufzuarbeiten und den Bericht zu schreiben. Wollte nur nicht die Spannung rausnehmen.:)

    LG

    uli

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  • Jetzt kommt sicher der spannendste Teil auf den alle warten. Die Zwischenwelle einbauen.


    Am neuen Ritzel wie auch am Tellerrad sind Passfedern verbaut. Die sollte man vorher unbedingt ausprobieren ob die Passung stimmt. Sowohl in die Welle wie auch in die Ritzel muß sie sich leicht einlegen lassen bzw durchgleiten können.

    Ich hab die mit einem leichten Kantenbruch versehen und an den Seiten eingepasst.

    Für den Kantenbruch eignet sich solch ein übel geschundener Stein auf dem Dremel. Zum einpassen eine Schmirgelhülse. Zwar darf die Feder kein fühlbares Spiel haben, aber wenn sie nicht in die Nut passt frisst sie sich fest und es gibt erhebliche Probleme.

    Natürlich ist im Folgenden auf absolute Sauberkeit zu achten. Sowohl Welle wie auch Hülsen, Ringe und Ritzel müssen picobello Staub und Spahnfrei sein.

    Der kleinste Krümel kann die Welle zum "fressen" bringen.


    Das ist die Anordnung zu Beginn. Das rechte Lager ist schon eingesetzt und alle Teile auf die Welle gesteckt.


    Als Distanzstück eignet sich das alte Lager ganz hervorragend. Die neue Welle hat an der Stirnseite ein M16er Gewinde zum Aufziehen.

    Da anfangs die Nut vom Tellerrad noch von Ritzel und Distanzhülse verdeckt ist, hab ich das Ritzel gegen das Tellerrad abgestützt. Natürlich kann man auch mit dem Tellerrad aufziehen, aber dann muß es später wieder runter um die Feder einzulegen. Ein bisschen Wärme schadet nicht, nur nicht über 100°C wegen der Oberflächenhärtung.


    Im späteren Verlauf hab ich drei gleichlange Aluminiumstücke genommen damit nichts verkanntet. Da sieht man jetzt schön die Arbeitsweise beim Aufziehen. Die Gewindestange ist eine 12.9er Spindel zum Spannen auf der Fräsmaschine. Die braucht´s auch. Alles andere reißt ab oder das Gewinde kapituliert.



    Erst wenn das Ritzel in seiner Endposition ist gibt es die Nut des Tellerrades frei. Das passt gerade so vom Platz, weil jetzt das Tellerrad rechts und das Ritzel links am Gehäuse ansteht. Nun kann aber die Feder eingelegt werden und wie gehabt mit der Spindel das Tellerrad aufziehen.

    Und voila ….

    Passt!:)

    Grüße aus dem schönsten Bundesland der Welt 8)


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