Farmer 3s mit Anbaubagger - Selbstfahrende Arbeitsmaschine?

  • Hallo zusammen,


    durch einen glücklichen Zufall bin ich an einen Atlas-Anbaubagger (AL402) gekommen.

    Meine Überlegung war nun, diesen "fest" an meinem zweit- Farmer 3s zu verbauen und das Gespann als Selbstfahrende Arbeitsmaschine umschreiben zu lassen.

    Dadurch würden sich einige Vorteile ergeben, kein Tüv, keine Zulassung, Steuern etc...


    Laut meinen aktuellen Recherchen müsste der Schlepper auf 20km/h gedrosselt werden, drei 20km/h Schilder (links, rechts und hinten) und der Name plus Anschrift und Telefonnummer des Besitzers auf der linken Seite des Fahrzeugs dauerhaft und gut sichtbar angebracht werden.

    Ebenfalls müsste man den Bagger fest motieren, heißt nicht mit einfachen Werkzeugen demontiertbar. Hier würde es wohl schon reichen, anstatt z.B. Klappsplinten Schrauben zu verwenden und die Muttern festzupunkten.

    Der Schlepper darf somit nur für den Zweck den Bagger zu betreiben und zu transportieren nutzbar sein.


    Der Fendt wäre problemlos Tüv-Fähig, das Gespann hätte somit funktionierende Beleuchtung, Bremsen etc zum Betrieb im Straßenverkehr.


    Es geht mir nicht darum, Steuerflucht zu betreiben und den letzten Groschen zu sparen, der Schlepper würde wirklich nur selten und nur zum Baggern eingesetzt werden und auch nicht viel im Straßenverkehr unterwegs sein, daher ist die Drosselung auf 20km/h auch nicht tragisch.

    Deshalb und weil ich noch einen zweiten, zugelassenen Farmer 3s für für Zugarbeiten etc. habe, würde sich eine Zulassung und alle zwei Jahre TÜV nicht wirklich lohnen.


    Was die Versicherung angeht müsste ich mit meinem Versicherungsmenschen abklären, Radlader etc. sind ja in die Betriebshaftpflicht integriert, nur habe ich keinen Betrieb.


    Die Frage ist nun, wie das mit der Umschreibung läuft, ich habe ja aktuell den normalen Fahrzeugbrief. Radlader z.B. haben in der Regel nur eine Betriebserlaubnis in der steht, dass es sich um eine selbstfahrende Arbeitsmaschine handelt und die Höchstgeschwindigkeit 20km/h beträgt.


    Ist meine Idee grundsätzlich umsetzbar? Vielleicht hat es ja sogar schonmal jemand hier gemacht.



    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes

  • Mit den Radladern ist es so wie du das beschrieben hast. Aber ich glaube da muss in festen Zeitabständen ein Sachverständiger kommen und den Radlader überprüfen. Also fast so ähnlich wie der TÜV. Was meinst wie viele Radlader technisch gar nicht in Ordnung sind und fahren trotzdem rum. Ob die Versicherung da sich bei einem Unfall nicht querstellt?


    Ich habe das aber auch schon gesehen was du vorhast, der Schlepper hatte hinten ne Bandsäge dran, also festverbunden. Der hatte aber 6km/h Schilder dran.

  • Moin.

    Stimmt, nur mit 6 kmh Zulassung ist das möglich. Du musst sogar den technischen Nachweis haben das dein Fahrzeug gedrosselt wurde. Und das Werkzeug darf nur mittels Werkzeug entfernt werden können.

    Und Gewerbe dafür musst du nachweisen können. Hat mein Kumpel durchgemacht in seiner Baumschule. Hast ne Menge Theater mit. Dennoch, viel Erfolg.

    MFG. Km

    • Ein Leben ohne Fendt ist möglich, aber sinnlos!
    • Das schönste an Norderney ist der Blick auf Juist
  • Hallo,


    soweit ich weiß werden diese 6km/h Begrenzungen prinzipiell nicht mehr durchgeführt, also damit meine ich die Drosselung von Altfahrzeugen.

    Hier ein ein Blatt welches diese selbstfahrenden Arbeitsmaschinen betrifft:

    http://www.weycor.de/de-wAssets/docs/30-31_Vaupel.pdf


    Prinzipiell wird es notwendig werden jemanden zu finden der das Gutachten dazu erstellt das die "Zugmaschine" dann eine "Selbstfahrende Arbeitsmaschine" bzw. ein "Radlader" oder ähnliches ist. Dann kann man die Betriebserlaubnis dafür erhalten.

    Ich würde mich da einfach mal beim TÜV oder Dekra direkt erkundigen wie sowas ablaufen kann.


    Gruß Uli

  • Moin,

    Würd ich nicht machen, ständig den alten Farmer mit Soviel Ballast zu quälen.

    Und dann der Aufwand wenn Du es Dir anders überlegst...Son Farmer Kost doch nix Im Unterhalt.

    Stell Dir mal vor einer würd Deine Schuhe mit Blei ausgießen und kannst sie nur in drei Stunden mit Werkzeug ausziehen=O

    Als normales Arbeitsgerät ist doch der Bagger in ner Viertelstunde angebaut wozu dann der ganze Umstand?

    Muss aber jeder selber wissen...

    Grüße Klaus

  • Hallo,

    danke für die vielen Meinungen.

    Die 6km/h Zulassung fällt für mich raus, daher ist es auch egal ob noch möglich oder nicht. Das wäre mir doch zu langsam.


    So wie Uli es schreibt habe ich mir das vorgestellt, den Schlepper so zur Selbstfahrenden Arbeitsmaschine umschreiben lassen, dass ich eine ABE habe und damit hin und wieder legal über öffentliche Straßen fahren darf, ohne TÜV und Anmeldung.


    Klaus : Das Ding ist ja, dass ich den Schlepper solo ohne Bagger garnicht benötige, für solche Arbeiten oder die Sonntagsausfahrt habe ich noch den anderen Farmer 3s...

    Mit dem Bagger wäre der Schlepper sinnvoll genutzt, vermutlich würde ich den Bagger selbst dann nicht abbauen wenn der Fendt zugelassen und angemeldet wäre und man den Bagger in 5min abbauen könnte.

    Und da nehme ich die um 10km/h geringere Endgeschwindigkeit im Gegenzug zu den Vorteilen der Zulassungsfreiheit als Selbstfahrende Arbeitsmaschine gerne in Kauf.

    Auch denke ich, dass der Bagger mit seinen max. 500-600kg keine zu große Belastung darstellt, diese Bagger waren damals schon für kleinere Schlepper ausgelegt.

    Zumal ich ja auch nicht 5 Tage die Woche Baggern möchte oder hunderte Kilometer Straße fahren...es geht hier nur um's Hobby, ein bisschen Gartenbau, evtl. Holzmachen im Winter. Nicht hunderte Betriebsstunden im Jahr.



    Ein Freund von arbeitet in einer Landmaschinenwerkstatt, er wird den dortigen Stamm-Tüvprüfer mal dazu befragen.

  • Stimme der Meinung von Fendt Schrauber zu.

  • Hallo zusammen,


    haben jetzt mit unserem TÜV-Prüfer gesprochen.

    Er meint das wäre möglich, ist jedoch mit erheblichem Aufwand verbunden.

    Es müssen diverse Prüfungen durchgeführt werden um die Papiere einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine zu bekommen, das kommt schon fast dem Versuch gleich eine Eigenbaumaschine zuzulassen.


    Also werden wir den Fendt normal TÜVen und Zulassen, dann darf man mit dem Bagger durch die Gegend fahren wie man will, und zwar mit 30 Km/h.

    Das war es auch, was uns der Prüfer empfohlen hat.


    Ob wir den Bagger fest anbauen oder nicht wird sich denke ich nach dem ersten Probebaggern zeigen.

    Glaube auch das das die bessere Lösung wäre, da sich im normalen Dreipunktanbau trotz hydraulischer Stützen am Bagger die wirkenden Kräfte schlecht übertragen lassen.

    Habe schon beim Abladen gemerkt, dass der Arm mit angebautem Schalengreifer schon fast zu schwer ist für einen Farmer 3s ohne Frontlader/Frontgewicht. Der Schwerkpunkt liegt eben sehr weit hinten.

    Zum Baggern kein Problem, da steht der Bagger ja auf seinen Stützen, nur zum Transport muss der Arm wohl nach vorne über die Motorhaube geschwenkt werden.

    Da würden wir ein Gestell zum Ablegen des Arms bauen, welches sich an den originalen Aufnahmepunkten der Frontladerkonsole verschrauben lässt.


    Ich halte euch mal auf dem laufenden, vielleicht interessiert die Umsetzung ja den einen oder anderen.


  • Moin zusammen,

    nach längerer Abstinez kommt mal wieder was von mir.

    Der Bagger sowie die einen oder anderen nicht Fendt-relevanten Projekte sind inzwischen fertig.


    Wir haben aktuell noch Probleme mit den originalen Steuergeräten, diese sind schon recht verschlissen und unter Druck lässt sich damit nicht sehr präzise arbeiten.

    Eine erhebliche Verbesserung hat das Tauschen des Haupt-Steuergrätes (Heben und Schaufelbetätigung) mit dem für die Stützen gebracht (war noch nicht so verschlissen), schön mit Arbeiten kann man jedoch immernoch nicht.


    Der Rest vom Bagger sieht allerdings nicht danach aus als hätte er in seinem Leben viel gearbeitet, die Bolzen und Gelenke sind überhaupt nicht ausgeschlagen.

    Den Haupt-Hubzylinder haben wir gegen einen neuen ersetzen müssen, war günstiger als dem originalen eine neue Kolbenstange zu verpassen.

    Netter Bonus ist etwas mehr Hubhöhe, ist auch auf dem einem Bild deutlich erkennbar.


    Hauptproblem ist aktuell jedoch der Drehzylinder, dieser besteht aus zwei Kolbenstangen mit einer Zahnstange in der Mitte, welche durch links-rechts Bewegungen den Arm jeweils in eine Richtung dreht.

    Die Kolbenstangen sind in schlechtem Zustand, sodass wir diesen trotz komplett neuer Abdichtung nicht wirklich dicht bekommen haben.

    Wir werden nun wohl den Zylinder komplett zerlegen und neue Kolbenstangen anschweißen (beinhaltet auch das drehen von Nuten an beiden Enden der neuen Kolbenstangen für die Wedis und Führungsbuchsen...)


    Auf den Bildern sieht man den Farmer 3s meines Freundes, mit welchem ich den Bagger zusammen restauriert habe.

    Der Bagger ist mit Schaufel und komplett eingefahrenem Arm noch so schwer, dass ich ihn mit meinem Farmer 3s ohne Frontlader nicht bewegen kann, selbst ohne Schaufel ist das noch eine heikle Angelegenheit.


    Außerdem muss ich nach mehrmaligem Probebaggern :thumbsup: Fendt Schrauber zustimmen, es wirken gewaltige Kräfte auf den Kraftheber, selbst noch mit abgestützem Bagger. Hier wäre die beste Lösung wohl wirklich ein Festanbau.


    Erstmal werden wir uns nun dem Drehzylinder widmen, wenn das soweit fertig ist überlegen wir, was wir weiterhin mit dem Bagger anstellen.

    Eine Überlegung war, ihn als Ladekran für unseren in Planung befindlichen Schichtspalter zu verwenden und hierzu fest auf das entsprechende Fahrgestell zu montieren...dazu evtl. später an anderer Stelle mehr. :S

    Dann allerdings auf jeden Fall mit komplett neuen Steuergeräten.


  • Kenne ich so auch nicht, meiner sitz auch näher am Schlepper. Aber wieso ist das so schlecht? gerade bei kleinen und leichten Schleppern ist es weiter hinten vielleicht sogar besser. Da ist der Hebel größer und beim Bagger geht der Schlepper nicht so schnell hoch. Beim Transport ist er Bagger natürlich durch die Hebelwirkung schwerer zu transportieren und der Schlepper neigt zum Aufbäumen. Aber wie gesagt, zum Baggern finde ich es gar nicht schlecht.

  • Hallo,


    Aber des geht aufs Material wenn der soweit raus hängt. Da ist dann gleich mal ne Hubstrebe ab. Versuch den so anzubauen das die Stützen knapp hinter den Rädern sind. Wenn du den Bagger nicht dauerhaft an den Schlepper anbauen willst, wäre vielleicht eine Plattenlösung wie bei den großen Gts eine Möglichkeit.


    Grüße aus Mittelfranken